Die wirtschaftliche Stimmung unter Österreichs Jungunternehmer:innen verbessert sich nach herausfordernden Jahren wieder. Das zeigt unser aktueller JW-Konjunkturbarometer, durchgeführt vom Market Institut (30. Befragungswelle). Demnach rechnet bereits jede:r vierte Jungunternehmer:in mit einem wirtschaftlichen Aufschwung – ein Plus von acht Prozentpunkten gegenüber der letzten Befragungswelle. Auch bei der Ertragslage zeigt sich mehr Optimismus: 22 % der Jungunternehmen erwarten eine Verbesserung, der höchste. Zudem planen 24 % der Betriebe in den kommenden Monaten neue Mitarbeiter:innen einzustellen. Trotz dieser positiven Signale bleiben viele Unternehmen angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten bei langfristigen Entscheidungen vorsichtig. Nur jeder fünfte Betrieb plant derzeit höhere Investitionen.
Wachstumsimpulse aus Sicht der Jungunternehmen
Für das Wachstum der Betriebe in den kommenden zwölf Monaten sehen Jungunternehmer:innen klaren Handlungsbedarf: Besonders wichtig sind die Senkung der Lohnnebenkosten (80 %) sowie ein rascher Abbau bürokratischer Hürden wie Genehmigungs- und Meldepflichten (79 %). Auch zusätzliche Investitionsanreize (73 %) und wettbewerbsfähige Energiepreise (71 %) werden als zentrale Faktoren genannt.
Mittelfristig wünschen sich die jungen Betriebe vor allem eine nachhaltige Senkung der Steuer- und Abgabenquote (85 %) sowie tiefgreifende Strukturreformen, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreich langfristig zu stärken.
Starke Interessenvertretung weiterhin wichtig
Die Befragung zeigt zudem, dass eine starke Interessenvertretung für junge Unternehmen eine zentrale Rolle spielt. Für 81 % der Befragten ist eine starke Stimme der Wirtschaft besonders wichtig. Zwei Drittel der Jungunternehmer:innen geben an, dass die Wirtschaftskammer Gründer:innen und Jungunternehmer:innen aktiv unterstützt. Gleichzeitig wünschen sich viele Betriebe, dass sich die Wirtschaftskammer noch stärker für kleine Unternehmen einsetzt, schneller auf aktuelle Entwicklungen reagiert und ihre Leistungen sowie Services noch klarer kommuniziert.
Verena Eugster, Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft Österreich, betont:
„Die Stimmung unter unseren jungen Betrieben hellt sich spürbar auf. Die Konjunktur wird wieder besser eingeschätzt und das zeigt: Unsere Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer glauben an den Aufschwung. Wir müssen alles daransetzen, dass der Konflikt im Nahen Osten den beginnenden wirtschaftlichen Aufwärtstrend nicht wieder zunichtemacht. Was die heimischen Jungunternehmer jedenfalls brauchen, sind Planungssicherheit und faire Rahmenbedingungen. Wenn Bürokratie abgebaut wird, Steuern sinken und Leistung sich wieder lohnt, steigt auch die Bereitschaft zu investieren und neue Mitarbeitende einzustellen. Unsere Generation will gestalten, aber sie darf nicht durch strukturelle Hürden ausgebremst werden. Jetzt ist der Moment, Mut zu zeigen und Unternehmertum in Österreich wieder auf Erfolgskurs zu bringen.“
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