Unternehmensbewertung: So entsteht ein Rating

Im Zusammenhang mit Unternehmensbewertungen und dem KSV1870 Rating treten immer wieder Fragen auf. Doch wie kommt ein Rating eigentlich zustande? Warum ist es wichtig das zu wissen und was kann der Unternehmer für sein Rating beitragen?

Portrait Rene Jonke | Gastautor

Rene Jonke | Gastautor

Leiter Standort Graz und Region Süd des KSV1870

12.7.2021

Foto zeigt René Jonke
© Fotostudio Furgler

Wer sichere Geschäfte machen will, prüft genau, an wen er sich bindet.

Objektive Unternehmensauskünfte liefern die Basis für solide Geschäftsentscheidungen. Zuverlässige Aussagen über die wirtschaftliche Situation und Bonität eines Unternehmens können am besten von Fachleuten getroffen werden. Von außen ist es oft schwer nachzuvollziehen, wie sich Unternehmensbewertungen und Ratings zusammensetzen. Denn dahinter steht ein komplexes System, mit dem Firmen einheitlich beurteilt werden können. KSV1870 Info-Experten recherchieren anhand von definierten Vorgaben Daten der Unternehmen und führen abschließend eine Bewertung durch. Daraus entsteht eine dreistellige Kennzahl, das KSV1870 Rating. Es beschreibt die Ausfallwahrscheinlichkeit eines Unternehmens. Oder anders ausgedrückt, die Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz.

Was passiert also, wenn jemand eine KSV1870 Bonitätsauskunft über Ihre Firma bestellt?

Beispiel: Sie wollen für Ihr Unternehmen ein Firmenauto leasen. Der Autohändler prüft vor Vertragsabschluss Ihre Bonität, also wie zahlungsfähig Sie sind. Dazu bestellt er ein Unternehmensprofil beim KSV1870. Sobald die Anfrage eingeht, beginnt der Info-Experte, die vorliegenden Daten zu prüfen und zu aktualisieren. Dazu ruft er zum Beispiel bei Banken und Lieferanten an, um Ihre Zahlweise zu prüfen. Im Anschluss wird das aktuelle Rating errechnet.

Durch dieses persönliche Einwirken vervollständigt sich das Bild des Unternehmens und erhöht die Zuverlässigkeit des Ratings.

Wie setzt sich das Rating im Detail zusammen und welche Faktoren beeinflussen es?

Zur Beurteilung von Unternehmen werden Faktoren wie Bilanzwachstum, Verbindlichkeiten, Eigenkapitalquote, Verschuldung und Umlauf- bzw. Gesamtvermögen herangezogen und fließen mit unterschiedlicher Gewichtung in das Rating ein. Zudem wirken sich Auskünfte wie Zahlungserfahrungen, Lieferanten-Referenzen oder Inkassodaten auf das Rating aus. Neben der manuellen Recherche werden viele Daten automatisiert von den Partnern in das System eingespeist.

Durch eine offene Informationspolitik verbunden mit detaillierten Auskünften kann das KSV1870 Rating vom Unternehmer auch beeinflusst werden, zum Beispiel durch Übermittlung von aktuellen Unterlagen wie Bilanzen, Saldenliste und Bekanntgabe von Lieferanten. Des Weiteren ist Pünktlichkeit im Zahlungsverkehr besonders ausschlaggebend. Eingehaltene Zahlungsziele wirken jedenfalls sich positiv aus.

Weitere Informationen zur Bewertung von Unternehmen

Der KSV1870  zählt zu den führenden Wirtschaftsplattformen Österreichs. Durch innovative, digitale Lösungen minimiert der Gläubigerschutzverband mit seinen Tochtergesellschaften die ökonomischen Risiken seiner Kunden und trägt wesentlich zu ihrem Geschäftserfolg bei. Aktuell serviciert die Unternehmensgruppe mehr als 29.000 Mitglieder im In- und Ausland.

René Jonke – Als Leiter des Standortes Graz und der Region Süd verantwortet der Experte alle KSV1870 Aktivitäten in der Steiermark. Er leitet ein 15-köpfiges Team, das Serviceleistungen im Bereich Insolvenz, Information und Inkasso erbringt. Jonke betreut zusätzlich den Bereich Mitglieder im KSV1870 und ist in der Steiermark ein gefragter Vortragender zu den Themen Risikomanagement und Insolvenz.

www.ksv.at

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