Wir müssen einen Turbo für die Digitalisierung von KMUs zünden und für Start-ups bessere Rahmenbedingungen schaffen

Wir haben Bundesministerin Margarete Schramböck konkrete Vorschläge für das geförderte Beratungsprogramm KMU.Digital+ und Verbesserungen für Startups präsentiert. Nun gilt es, rasch die notwendigen Schritte zu setzen.

Portrait Christiane Holzinger

Christiane Holzinger

Bundesvorsitzende 

26.5.2020

Holzinger mit Bundesministerin Schramböck
© JW

Die Corona-Krise hat uns die Bedeutung der Digitalisierung für Unternehmen vor Augen geführt. Bei allen, die hier schon gut aufgestellt waren, hat sie wie eine Versicherungspolizze gegen die Krise gewirkt. Viele innovative, wendige Unternehmen haben bereits während des Lockdowns rasch neue, digitale Vertriebskanäle entwickelt und sich online neu aufgestellt. Das macht nicht nur krisensicher, sondern auch zukunftsfit.

Digitalisierung der Unternehmen jährlich mit 20 Mio. Euro fördern

Covid-19 hat gezeigt, dass wir für die digitale Transformation der kleinen und mittleren Unternehmen rasch einen Turbo zünden müssen, um so viele wie möglich gegen Krisen zu rüsten. Um hier das Optimum zu erreichen, ist kompetente Beratung notwendig. Eine gute Basis dafür war schon bisher das vom BMDW und WKO gemeinsam geförderte Beratungsprogramm KMU-Digital. Für das neue Programm „KMU.Digital+“ sollen jährlich 20 Mio. Euro für Beratung und Umsetzung zur Verfügung gestellt werden. Nur so kann die Digitalisierung der Betriebe rasch vorangetrieben werden. Gleichzeitig generiert „KMU.Digital+“ neue Aufträge für Digitalisierungsberater und Dienstleister.

Start-ups eine solide Absicherung bieten

Start-ups benötigen besondere Rahmenbedingungen, um am Markt bestehen zu können. Auch das ist ein Learning aus der Krise. Das Hilfspaket der Bundesregierung war ein wichtiger erster Schritt, um ihnen in dieser schwierigen Zeit eine gezielte Unterstützung zu bieten und die Covid-19-Folgen abzufedern. Damit das Paket jedoch seine volle Wirkung entfalten kann, braucht es Nachbesserungen bei der Richtlinie:

  • Die Förderung soll an die Teilnahme von unabhängigen Investoren geknüpft werden. Auch Geschäftsführer (meist die Gründer) sollen als geförderte Investoren zugelassen werden.
  • Wir fordern eine Erweiterung der Zielgruppe auf 10 Jahre seit der Gründung, die aktuelle 5 Jahresfrist ist zu eng gefasst.

Darüber hinaus braucht es weitere Verbesserungen für Start-ups:

  • Bei Überbrückungskrediten der austria wirtschaftsservice (aws) sollen die URG-Kriterien (Unternehmensreorganisationsgesetz) für Start-ups/Scale-ups ausgesetzt werden. Auch die UiS Kriterien sind für viele Unternehmen in der Gründungs- oder Wachstumsphase nicht anwendbar.
  • Es braucht von aws und Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) eine offizielle Klarstellung, dass jetzt auslaufende, rückzahlbare Darlehen während der Corona-Krise und bis zu 36 Monate danach, nicht getilgt werden müssten.
  • Bei der aws-Überbrückungsgarantie soll eine Antragstellung ohne kreditgewährende Bank in Form einer Promesse – wie es bei den Haftungen im Gründungsbereich schon jetzt Usus ist – möglich sein.
  • Trotz Herausforderungen durch die Corona-Krise sollen die Ressourcen der aws so verstärkt werden, dass auch Startups in den regulären Preseed-Programmen rasch unterstützt werden können, damit innovative Ideen auch jetzt zur Umsetzung kommen können.
  • Und es braucht Erleichterungen für Gründer und Startups bei der Kurzarbeit, wie z. B. eine längerfristige Vorfinanzierung.

Die Maßnahmen der Bundesregierung sind richtig und wichtig. Um unseren zukunftsorientierten und innovativen Unternehmen, und damit unserem gesamten Standort, wirklich längerfristige Perspektiven geben zu können, braucht es jetzt aber noch ganz konkrete Nachschärfungen.

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