Kraftvoll durch die Krise

„Zuversichtlich das Machbare tun“, so banal lassen sich zwei wesentliche Resilienz-Faktoren auf den Punkt bringen.

Portrait Ronny Hollenstein | Gastautor

Ronny Hollenstein | Gastautor

Gründer und Gesellschafter der Gruppe Hollenstein

10.7.2020

Foto zeigt Ronny Hollenstein
© JW

Die persönliche Grundeinstellung zu allem Ungewissen, Bedrohlichen und Unverständlichem muss grundsätzlich von der Entscheidung getragen sein, dass alles gut wird. Es mag naiv klingen, aber stellen Sie sich Ihr Leben vor, Sie träfen die Entscheidung, dass alles schlecht ausgehen wird?! Woher soll hier Kraft und Motivation kommen?!

Vertrauen ist oft keine Gewissheit

Klarerweise können Sie darauf vertrauen, dass ein Apfel zu Boden fallen wird, wenn sie ihn los lassen. Im zwischenmenschlichen Kleinen, aber auch im politischen Großen sind die einfachen, logischen Gesetze oft wirkungslos. Menschen handeln nicht primär vernünftigen Gesetzen und Überlegungen zu Folge, sondern in den konkreten Situationen oft emotional, impulsiv-unüberlegt oder zwar kurzfristig entlastend, aber nicht nachhaltig sinnvoll.

Eine Krise liefert enorm viele Gründe zu verzweifeln

Ungewissheiten wohin man schaut. Wir müssen diese akzeptieren und aushalten. Kein Politiker kann jetzt irgendwas garantieren auch wenn wir ihn zehn Mal fragen. Aber wir können unsere Gedanken kontrollieren und erkennen welche uns davon gut tun und welche nicht. Schöpfen Sie Kraft und Zuversicht aus Ihrer Erinnerung: Jeder_r von uns hat schon Krisen überlebt und ist vielleicht sogar gestärkt aus ihnen hervorgegangen. Besinnen Sie sich Ihrer persönlichen Bewältigungsstrategien und tun sie, was möglich ist. Leider kreisen unsere Gedanken zu häufig über den Themen, die wir nicht beeinflussen können. Wenn auch menschlich verständlich sind diese Gedanken aber meist Zeitverschwendung und erzeugen Ohnmachtsgefühle.

Erkennen Sie, welche Realitäten Sie akzeptieren müssen, weil Sie nicht in Ihrem Einflussbereich liegen und lernen Sie, diese zu akzeptieren. Dann bleibt genug Zeit und Kraft, das zu tun, was jetzt sinnvoll und machbar ist.

Uns hat Corona beispielsweise Einsparungsmöglichkeiten gezeigt; dass wir digitale Tools wirklich anwenden können müssen, Homeoffice sehr produktiv und zeitsparend sein kann und einiges an persönlichem Entwicklungspotenzial. Dieses Potenzial jetzt zu heben ist die Chance in dieser Krise.

Ronny Hollenstein ist Gründer und Gesellschafter der Gruppe Hollenstein. Er ist Coach und Trainer in den Bereichen Selbstführung, Führung und Kommunikation. www.gruppe-hollenstein.at

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