Kapital Wirtschaft

Der Staat ist in der Not eingeschritten, gut so. Aber nur die Initiative, der Einsatz und die persönliche Risikobereitschaft der Unternehmer werden einen Weg in die Zukunft weisen.

Portrait Andreas Treichl | Gastautor

Andreas Treichl | Gastautor

Chairman des Aufsichtsrats der ERSTE Stiftung und Präsident der DIE ERSTE österreichische Spar-Casse Privatstiftung

3.6.2020

Foto zeigt Andreas Treichl
© Polacsek Andreas Treichl, Obmann der Bundessparte Bank und Versicherung

Wir können von der Verwaltung unmöglich verlangen, innovative Lösungen für die Herausforderungen nach Corona für die Wirtschaft zu finden. Das müssen wir den Unternehmern und ihren Angestellten überlassen. Die bisher zur Verfügung gestellten Mittel sollten die wirtschaftlichen Aktivitäten stabilisieren. Was sie nicht erreichen werden, ist ein Kick-start der Wirtschaft. Verlorene Umsätze und ein absoluter Stopp wirtschaftlicher Aktivitäten brauchen mehr als Liquidität. Diese Mittel kann aber kein Nationalstaat alleine aufbringen, auch nicht der öffentliche Sektor in der gesamten EU. Auch Banken – das hat schon die letzte Krise in Europa gezeigt – können das nicht erreichen, dem Ziel widersprechen zu viele Regularien.

Die Rückkehr auf einen Wachstumspfad benötigt Eigenkapital – in sehr großem Umfang

Jetzt ist viel Kreativität gefragt, um beispielsweise das Kapital, das unverzinst auf Sparbüchern liegt, in einen Fonds zu kanalisieren, der den Unternehmen Eigenkapital zur Verfügung stellt. Das vorhandene Instrument des Partizipationsscheins hat in der Krise 2008/09 gezeigt, dass es gut funktioniert. Privates Eigentum und Venture Capital sind in Österreich sehr schwach entwickelt. Der Staat kann und muss jetzt mit steuerlichen Anreizen in den verschiedensten Formen die Eigenkapitalbildung in unserem Land fördern. Der Aufholbedarf ist dringend und groß. Die EU wird nächste Woche einen Bericht zur Bildung einer europäischen Kapitalmarktunion veröffentlichen. Österreich könnte und sollte hier an vorderster Front Mitarbeiten und die Empfehlungen der Experten umsetzen.

Andreas Treichl ist seit Januar 2020 Chairman des Aufsichtsrats der ERSTE Stiftung und seit dem 6. Dezember 2019 Präsident der DIE ERSTE österreichische Spar-Casse Privatstiftung. Zuvor war er von 1997 bis 2019 CEO der Erste Group Bank AG. Unter seiner Führung ging die Erste Group, die bis dahin eine regionale Sparkasse war, an die Börse und entwickelte sich zu einer der führenden Banken in Mittel- und Osteuropa. Als Obmann der Bundessparte Bank und Versicherung in der Wirtschaftskammer Österreich ist Treichl der oberste Interessenvertreter aller Banken und Versicherungen im Land.

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