„Geschichte wiederholt sich nicht aber sie reimt sich“ (fälschlicherweise Mark Twain zugeschrieben)

Ein Wirtschaftshistoriker redet über das digital vernetzte Zeitalter und wie man es erobert – was kann man denn bei so etwas Neuem aus der Geschichte lernen? Und was hat denn Corona bitte damit zu tun?

Portrait Klemens Skibicki | Gastautor

Klemens Skibicki | Gastautor

Unternehmer, Autor, Unternehmensberater

15.9.2021

Klemens Skibicki
© Klemens Skibicki

Kurz gesagt: sehr viel! Oder noch provokanter: woher soll man denn sonst besser lernen wenn nicht aus der Geschichte? Entwicklungen wiederholen sich zwar nie exakt aber der stetige Wandel in Technologien und Gesellschaft trifft immer wieder auf den Menschen als ewig langsamere Konstante, die immer wieder in den gleichen Anpassungsschwierigkeiten gefangen ist: die jeweiligen gelernten in der Vorperiode gelernten Denkmuster, Strukturen, Rollen und Prozesse.

Kommt es zu einem schnellen Strukturbruch wie jetzt beim Übergang von Industriezeitalter hin zum digital vernetzten Zeitalter dann ist es völlig normal, zunächst die gelernten Denk- und Sichtweisen zu übertragen. Diese Hürde beim „Verlernen“ ist menschlich aber leider nicht hilfreich, wenn man die neue ökonomische Logik und die Chancen und den Druck zur Veränderung nicht sofort erkennt.

Es dauert für die meisten Menschen und Unternehmen immer erst eine Zeit bis sie wie ein Säugling die Welt ohne Gelerntes neu und klar erfassen können. In dieser Übergangszeit werden aber die Weichen durch diejenigen zu ihren Gunsten gestellt, die die neuen Rahmenbedingungen nicht mit altem Denken erst erfassen müssen, sondern sich sofort an die Eroberung des Neulandes machen können. Um zu diesen Gewinnern zu gehören kann und muss man diesen Prozess im eigenen Team aktiv gestalten und abkürzen.

Corona kann trotz aller schrecklichen Effekte für dieses aktive Change Management genutzt werden: durch viele physische Beschränkungen wurden einige ablaufende Trends der Digitalisierung für jeden sichtbar offengelegt. Menschen in Unternehmen und im Privatleben haben GLEICHZEITIG Dinge gelernt, die zuvor Einzelnen wegen Unwissenheit zu lästig oder einfach unbekannt waren. Durch Corona „mussten“ alle und diese kollektive Erfahrung sollten Unternehmen nutzen, um auf keinen Fall nur bei Video-Calls und dezentralem Arbeiten stehen zu bleiben. Welche Leitplanken für die Zukunft nützlich sind und welche Schritte es dafür mindestens braucht erläutere ich in meiner Keynote – ich freue mich auf den 24.09. in Wien! 


Klemens Skibicki war von 2004 bis 2019 war er Professor für Marketing und Marktforschung an der Cologne Business School mit dem Forschungsschwerpunkt der Digitalen Transformation. Seit 2010 ist er wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Instituts für Kommunikation und Recht im Internet (DIKRI) an der Cologne Business School. Seine Erfahrung aus Forschung und Praxis nutzt er, um Mittelständler und Großunternehmen durch den Digitalen Strukturwandel zu begleiten.

Beim JW Summit ist er mit seiner Keynote „Corona lenkt nur ab – wie geht es weiter mit dem Übergang in das digital vernetzte Zeitalter?“ am Freitag, 24.9.2021: 11:40 - 12:40 Uhr dabei. Die Anmeldung zum JW Summit ist kostenlos.

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