Bis einschließlich 4. August, also 216 Tage lang, haben Österreichs Steuerzahlerinnen und Steuerzahler in diesem Jahr statistisch ausschließlich für den Staat gearbeitet. Erst ab diesem Tag fließt das Einkommen auch tatsächlich in die eigene Tasche. Das geht aus einer aktuellen Studie des Austrian Economics Center hervor, in der seit 2010 einmal jährlich der sogenannte „Tax Freedom Day“ berechnet wird. „Der Tax Freedom Day zeigt eindrucksvoll, wie hoch die Belastungen in Österreich sind, die junge Unternehmerinnen und Unternehmer zu schultern haben. Umso wichtiger ist nun eine rasche Umsetzung der bereits beschlossenen Steuererleichterungen“, appelliert die Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft, Christiane Holzinger. 

Konkret fordert sie neben einer Senkung der Körperschaftssteuer, einem neuen Einkommensteuertarif und der deutlich verbesserten Absetzbarkeit von geringwertigen Wirtschaftsgütern, die Anhebung der Kleinunternehmergrenze und v. a. auch die Steuerbegünstigung für einen Arbeitsplatz im Wohnungsverband. 

Austrian Economic Center: Umsetzung der geplanten Reform sind vordringlich

Auch die Direktorin und der Researcher des Austrian Economics Center, Barbara Kolm und Martin Gundinger, der die TFD-Berechnungen durchführte, bestätigen: „Die geplanten und nun liegen gebliebenen Reformen doch noch umzusetzen, wäre vordringlich und ein wesentlicher Schritt in Richtung Entlastung. Steuerquoten sind nicht zuletzt auch ein wichtiger Faktor, wenn es um die Attraktivität eines Wirtschaftsstandortes geht.“

Belastungsquote in Österreich im OECD-Vergleich an fünfthöchster Stelle

Mit einer Belastungsquote des durchschnittlichen Steuerzahlers von fast 60 Prozent nimmt Österreich einen unrühmlichen Spitzenplatz innerhalb der OECD ein. „Wir haben die fünfthöchste Belastungsquote unter allen 36 OECD Staaten“, daher wünscht sich Holzinger einen „Kick-Start“ für den gesamten Standort, um - gerade auch in Zeiten der Konjunkturabschwächung - die Unternehmen zu entlasten: „Nur so können unsere Betriebe Jobs sichern, neue schaffen und damit den Wirtschaftsstandort Österreich gemeinsam für die Zukunft entwickeln.“ Ziel muss es auch sein, die Unternehmerinnen und Unternehmer für Herausforderungen wie Innovation, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz freizuspielen. „Dabei geht es um die Zukunft unseres Landes und um die Grundlagen, die wir jetzt für die nächsten Generationen legen müssen. Wir dürfen hier absolut keine Zeit verlieren, um international wettbewerbsfähig zu bleiben,“ so JW-Bundesvorsitzende Christiane Holzinger. 

Factsheet: Tax Freedom Day 2019