Die Junge Wirtschaft präsentierte heute einen in Kooperation mit Experten der Wirtschaftsuniversität Wien ausgearbeiteten Leitfaden über Crowdfunding. Sowohl kapitalsuchende Unternehmen als auch potenzielle Investoren erhalten darin einen kompakten und praxisorientierten Überblick über diese vielversprechende Finanzierungsform, insbesondere über Crowdinvesting. „Mit dem Leitfaden wollen wir das Know-how über Crowdfunding verbessern, damit dieses Finanzierungsmodell von jungen Unternehmen ausgeschöpft werden kann“, verdeutlicht JW Bundesvorsitzender Herbert Rohrmair-Lewis die Absicht der Servicepublikation. Erklärt wird, welche Projekte überhaupt für diese alternative Finanzierungsform geeignet sind, wie Crowdinvesting funktioniert, wie man Kapital durch Crowdinvesting erhält und was sowohl für Jungunternehmer als auch für Investoren zu beachten ist.

Regierung ist leider säumig – Jungunternehmer warten auf Maßnahmen


Gerade Jungunternehmern und Start-Ups brennt dieses Thema schon seit Längerem unter den Nägeln weiß Rohrmair-Lewis zu berichten: „Mit jeder Verschärfung der Eigenkapitalrichtlinien für Banken ist es schwieriger geworden, an Fremdkapital für die eigene Geschäftsidee zu gelangen. Das erstickt Ideen oftmals bereits im Keim und verhindert somit Wachstum und die Schaffung von Arbeitsplätzen“. Das bestätigt auch die von der Wirtschaftskammer Österreich, dem Austria Wirtschaftsservice und marketmind gestern präsentierte Studie. Bereits von 20% der Unternehmen werden Bankkredite nicht mehr als Finanzierungsquelle in Betracht gezogen. Dahingegen haben bereits 28,3% der befragten Unternehmen Interesse an alternativen Finanzierungsquellen, wie etwa Crowdfunding.

Umso mehr ist es erforderlich, dass das enorme Potenzial von alternativen Finanzierungen in Österreich gehoben wird. In Ihrem Programm hat die Bundesregierung versprochen, bis Ende März attraktive Rahmenbedingungen für Crowdfunding und Bürgerbeteiligungsmodelle zu schaffen. Nachdem diese Frist bereits verstrichen ist und selbst die Europäische Kommission Ende März die Dringlichkeit von alternativen Finanzierungsformen betont hat, sieht Rohrmair-Lewis dringenden Handlungsbedarf: „Jeder Tag, an dem das Potenzial von Crowdfunding ungenützt bleibt, werden Wachstum, Arbeitsplätze und Innovation gehemmt. Weg mit der Finanzierungsbremse, her mit dem Wachstumsmotor!“.

Realwirtschaftlich soll profitieren


Wie so ein attraktiver Rahmen für Crowdfunding aussehen kann, erarbeitete die Jungen Wirtschaft gemeinsam mit einem Advisory Board. Demnach soll die Grenze der kostspieligen Prospektpflicht angehoben werden. Die volle Prospektpflicht liegt derzeit bei 250.000 Euro, EU-Regelungen ermöglichen jedoch einen Rahmen von bis zu 5 Millionen Euro, welcher voll ausgeschöpft werden soll. Darunter soll es je nach Projektvolumen unterschiedliche Informationspflichten geben. Ebenso zentral ist die Änderung des Bankwesengesetzes. Momentan ist es für Unternehmen hoch problematisch, Investitionen für Ihr Unternehmen von Privatpersonen via Crowdfunding zu lukrieren. Die JW fordert daher, Rechtssicherheit für alternative Finanzierungsformen, sowie eine Vorreiterrolle durch steuerliche Attraktivierung für Risikokapital.