Als Interessenvertretung der österreichischen Gründerinnen und Gründer, Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer im Rahmen der Wirtschaftskammer Österreich setzen wir uns dafür ein, dass junge Selbstständige die besten Rahmenbedingungen für ihre Tätigkeit haben. Der wirtschaftliche Erfolg Österreichs von morgen hängt davon ab, dass das jungunternehmerische Potenzial von heute entfesselt wird.

Dabei fokussieren wir auf konkrete Rahmenbedingungen für junge Unternehmen genauso wie auf das allgemeine (wirtschafts-)politische Umfeld, dass den Wirtschaftsstandort Österreich und damit die Entfaltung der jungen Unternehmen maßgeblich beeinflusst.

Was fordern wir konkret: 

Einen wettbewerbsfähigen Standort

  • Abgabenquote auf 40 % senken

  • Körperschaftsteuer auf 20 % reduzieren
    Die JW fordert eine Senkung der KöSt auf 20 % oder weniger. Alternativ kann eine Abschaffung/Halbierung der KöSt auf nicht entnommene Gewinne erfolgen. Die Effekte der KöSt-Senkung auf 20 % sind beträchtlich (Eco Austria 2017): Bereits kurzfristig ergibt sich ein Anstieg der Investitionen um 1,48 %, langfristig ein zusätzliches Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,57 % und ein Beschäftigungsplus von 8.000 Personen. Kleine Kapitalgesellschaften profitieren besonders stark von einer KöSt-Satz-Senkung. Das Regierungsprogramm stellt eine Senkung der Körperschaftsteuerbelastung in Aussicht.

  • Zukunftsinvestitionen erleichtern – große Bandbreite an Finanzierungsmöglichkeiten schaffen
    Es muss eine zukunftsorientierte Investitionskultur in Österreich etabliert und die Beteiligung privater Investoren attraktiver gestaltet werden, beispielsweise durch Einführung eines Beteiligungsfreibetrages.
    • Beteiligungsfreibetrag von 100.000 Euro einführen
      Wir fordern einen Beteiligungsfreibetrag für Business Angels und andere private Kapitalgeber von bis zu 100.000 € (gleichmäßig verteilt auf fünf Jahre).
    • Regularien im Bereich Bankenfinanzierung anpassen

  • Bürokratische Hürden abschaffen:
    • Lohnverrechnung vereinfachen
    • Pflichtveröffentlichung im Amtsblatt zur Wiener Zeitung streichen:
      Durch die Streichung der Veröffentlichungspflichten in der „Wiener Zeitung“, wie dies das Regierungsprogramm mehrfach ankündigt, können die österreichischen Betriebe jährlich um 15 Mio. Euro entlastet werden. Generell sind Form- und Meldepflichten für Unternehmen auf das unbedingt notwendige Ausmaß zu reduzieren. Elektronische Meldungen und Veröffentlichungen nach deutschem Vorbild sowie das „only once“-Prinzip (eine Meldung reicht) entlasten 250.000 betroffene Unternehmen.

Fachkräfte und Bildung

  • Lehre mit Matura vereinfachen.

  • Vermittlung von digitalem Know-how im Bildungsbereich konsequent verankern
    • Data Literacy verbessern, auch für derzeit beschäftigte Mitarbeiter

  • RWR Card erweitern und Fachkräfte aus dem Ausland gezielt anziehen
    In den letzten Jahren ist der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften in Westösterreich stark gestiegen, während vor allem in Ostösterreich die Arbeitslosigkeit nach wie vor hoch ist. Da die Arbeitslosigkeit in unseren wichtigsten EU-Herkunftsländern bereits niedriger ist als in Österreich, muss künftig verstärkt auf die Zuwanderung qualifizierter Arbeitskräfte aus Drittstaaten gesetzt und die im Regierungsprogramm vorgesehene Gesamtstrategie für qualifizierte Zuwanderung rasch umgesetzt werden.

  • Ganztägige, individualisierte Schulangebote schaffen

  • Interesse für MINT-Fächer bei Mädchen und Buben fördern

  • Zeitgemäße Ausbildung und geeignetes Rüstzeug für Lehrende auf allen Bildungsebenen

Digitale Zukunft

  • Konstruktive Auseinandersetzung mit Zukunftsthemen:
    • Bedürfnisse der Arbeitgeber und –nehmer in Zeiten der Digitalisierung diskutieren
    • Flexibilisierung der Arbeit
    • Diskussion über Anwendungen von Open Data-Policies
    • Chancen von Big Data durch die Nutzung von nicht-persönlichen Daten
    • Auswirkungen von AI auf Arbeitsmarkt und Umsetzung notwendiger Anpassungen