Der erste LeadersClub fand letzte Woche am 20.4. im T-Mobile Center über die Dächer Wiens mit  Special Guests Robert und Julian Horn – Vater und Sohn – von R. Horns Lederwaren statt.

Im Talk mit Jürgen Tarbauer, Vorsitzender der Jungen Wirtschaft Wien, sprach man über die Herausforderungen und Chancen eines Traditions- und Familienbetriebs sowie die eigene Erfolgsgeschichte. Die rund 100 anwesenden JungunternehmerInnen und Gäste erlebten einen informativen sowie besonders humorvollen Abend. Im Anschluss an den Talk wurde bis in die späten Stunden genetzwerkt.


Der Schuhlöffel, um hineinzukommen

„Für mich ist es wunderbar, dass Julian seit einigen Jahren im Unternehmen ist. Das ist wie Rückenwind", erzählt Robert Horn, Gründer und Geschäftsführer von R. Horns Lederwaren, voller Freude gleich am Anfang des Talks. Den Druck, das Unternehmen einmal übernehmen zu müssen, habe Julian Horn nie gespürt: „Im Hintergrund war da immer die Firma, aber es ist nie die Erwartungshaltung da gewesen, einsteigen zu müssen." Julian war zunächst für ein Start-Up im Ausland tätig, kam dann für den Website-Relaunch nach Wien, um seinem Vater zu helfen und blieb. Auf die Frage nach der Zusammenarbeit mit seinem Vater sagt Julian Horn: „Wenn man in einem persönlichen Verhältnis zueinander steht, ist der Umgang natürlich ein ganz anderer als mit einem Chef, mit dem das nicht der Fall ist. Andererseits kann es in hektischen Situationen auch einmal schwieriger und lauter werden."

Begonnen hat die Erfolgsgeschichte des Familienbetriebs vor vielen Jahren mit einem befreundeten Schuster aus Baden. „Du verstehst was von Schuhen", bekam Robert Horn von seinem Bekannten damals zu hören. Und so gründete er wenig später R. Horns Schuhe. Heute sagt er darüber: „Es war der Schuhlöffel, um hineinzukommen." Denn das Konzept funktionierte nicht wie geplant, Robert Horn änderte die Ausrichtung und schon bald wurden die „Schuhe" zu „Lederwaren". Auf die Frage nach Meilensteinen in der Unternehmensgeschichte meint Robert Horn: „Eigentlich gibt es keine. Es ist vielmehr ein Kontinuum. Bis heute. Wenn ich etwas benennen muss, dann ist es die Eröffnung des ersten Geschäfts. Damit hat sich viel verändert." Es folgte ein zweites, ein Jahr später ein drittes Geschäft.

Fels in der Brandung

„In unserer Branche sucht man die Tradition, weniger die Innovation", so Robert Horn. Das sei gerade in turbulenten Zeiten wie diesen ein riesen Vorteil. Denn „weil wir so ein traditionelles Produkt haben, gibt es viele Probleme der modernen Welt nicht. Wir haben dadurch eine geschützte Situation." Sohn Julian ergänzt lachend: „Wir sind wie ein Fels in der Brandung." Bei R. Horns Lederwaren wird österreichische Hand- und Maßarbeit noch großgeschrieben. Der individuelle Kundenwunsch steht an erster Stelle. Doch das erfordert viel Zeit und kann manchmal ein Nachteil sein: „Immer wenn wir gerade nachgekommen sind, Handycases in der richtigen Größe zu produzieren, bringt Apple wieder ein neues iPhone auf den Markt", witztelt Robert Horn. Zum Schluss gab es noch eine Binsenweisheit des Seniors: „Ich übe meinen Beruf nun schon über 30 Jahre aus und es macht mir noch immer Spaß. Man kann etwas nicht über lange Zeit gut machen, wenn es einem keine Freude macht. Spaß am Beruf ist das oberste Gebot."

Auf einen sehr spannenden und humorvollen Talk folgte ausgiebiges Netzwerken, bei dem Robert und Julian Horn den Gästen für Fragen rund um ihre Geschichte und das Thema Unternehmensgründung zur Verfügung standen.


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