Wien, am 06. Juli 2016 – Um auf die angespannte Situation vieler Unternehmen hinzuweisen, lud die Junge Wirtschaft Wien zum Pressegespräch in die Geisterbahn im Prater. Vorgestellt wurden dabei die Hauptforderungen der JWW an Politik und Verwaltung: eine Normenreduktion, ein lohnnebenkostenfreies Quartal, die steuerliche Absetzbarkeit von Carsharing-Diensten, eine faire Modernisierung des Krankenstands, staatliche E-Mail-Adressen, mehr Flexibilität und Selbstbestimmung sowie das Ende der Ungleichbehandlung von UnternehmerInnen.

 

„Es ist zum Schaudern“, sagt Jürgen Tarbauer, Vorsitzender der JWW, „wir kämpfen täglich mit organisatorischen Hürden und einer lähmenden Bürokratie. Es wird Zeit, dass die politischen Entscheidungsträger auf die Vorschläge derer hören, die mit ihrer unternehmerischen Tätigkeit Arbeitsplätze schaffen und so den Wirtschaftsstandort Wien stärken.“ Wege aus dem bürokratischen Gruselkabinett sieht Tarbauer unter anderem in den…

 

Forderungen der JWW:

 

Steuerliche Absetzbarkeit von Carsharing-Diensten
Viele Unternehmen benötigen keinen eigenen Lkw, sondern nutzen gerade in Wien Carsharing-Angebote. Die JWW setzt sich daher dafür ein, dass die Kosten für Registrierung und Nutzung von Carsharing-Angeboten für betriebliche Fahrten in voller Höhe vorsteuerabzugsberechtigt werden.

Reduktion der Normen und Bürokratieabbau 1:2

Rund 16.000 Bundesgesetze, Landesregelungen und Verordnungen regeln beinah jeden Bereich unseres Lebens. Viele dieser Normen sind längst unzeitgemäß oder widersprechen einander gar. Um mehr Licht in den Vorschriftendschungel zu bringen, fordert die JWW: 1:2 – eine neue Regelung, zwei alte weg. Für jede neu geschaffene Regelung sollen zwei überholte Bestimmungen wieder abgeschafft werden.

 

Streichung der Lohnnebenkosten für das erste Quartal

„Kein europäisches Land außer Belgien kennt höhere Lohnnebenkosten als Österreich. Darum zögern gerade junge Unternehmen, neue MitarbeiterInnen einzustellen“, erzählt Jürgen Tarbauer aus eigener Erfahrung. Als Anreiz, Arbeitsplätze zu schaffen und als generelle Entlastung von rund € 6.200 pro Klein- und Kleinstbetrieb, sollen die Dienstgeberbeiträge für drei MitarbeiterInnen für die ersten drei Monate im Kalenderjahr ersatzlos gestrichen werden.

  

Gleichbehandlung beim Autofahren

In Wien wird zwischen Parkkarten für UnternehmerInnen und dem allgemeinen Parkpickerl unterschieden. Diese unzeitgemäße und sachlich nicht begründbare Unterscheidung soll ersatzlos gestrichen werden. Den Wiener UnternehmerInnen soll es gestattet sein, flächendeckend in allen Bezirken während der Geschäftszeiten auf Anrainerparkplätzen zu parken.

 

Weg mit der überholten Schanigarten-Regelung

„Auch wenn es im Februar in Wien milde 20 °C hat, dürfen Wirte ihre Schanigärten nicht aufsperren. Sie müssen auf wichtige Gäste verzichten, weil eine Regelung besagt, dass die Gastgärten nur von März bis November geöffnet werden dürfen.“, so Tarbauer, der sich für eine selbstbestimmte Öffnung der Schanigärten ausspricht. Statt einem starren Korsett aus Regelungen fordert die JWW mehr Flexibilität.

 

Modernisierung des Krankenstandes

Während unsere Unternehmen nach vorne schauen, sind die Schutzbestimmungen für ArbeitnehmerInnen nicht in der Arbeitswirklichkeit des 21. Jahrhunderts angekommen. „Warum soll ein Mitarbeiter, der auch sonst Homeoffice macht, mit einer Beinfraktur nicht von zu Hause aus arbeiten dürfen?“, so Tarbauer. Die JWW plädiert für eine für beide Seiten faire Modernisierung, die das heutige Miteinander von UnternehmerInnen und ArbeitnehmerInnen widerspiegelt, und fordert die Einführung eines Teilkrankenstandes.

 

BürgerInnen-E-Mail statt Behördenfrust

Eine einfach umzusetzende und nachhaltige Forderung der Jungen Wirtschaft Wien ist die Vergabe staatlicher E-Mail-Adressen für alle BürgerInnen. Damit wird die Kommunikation zwischen den ÖsterreicherInnen und dem Verwaltungsapparat effizienter, kostengünstiger und auch umweltbewusster. Um stundenlanges Anstellen, aberwitzige Öffnungszeiten und mühsame Informationsbeschaffung zu umgehen, können Informationen zu Terminen oder Rechnungen direkt und ohne Zeitverzögerung an die BürgerInnen gelangen.

  

Junge Wirtschaft Wien: Erfolge 2015 und Ausblick in die Zukunft

Im vergangenen Jahr konnte die JWW nicht nur mehr als 600 neue Mitglieder willkommen heißen, sie machte die Anliegen junger UnternehmerInnen konsequent einer breiten Öffentlichkeit verständlich. So auch mit Wiens größter Wäscheleine; die dabei gesammelten rund 7.500 Textilien wurden anschließend dem Roten Kreuz gespendet. Mit der Pop-Up Schanigarten-Tour setzte die JWW ein Zeichen für eine flexiblere Lösung der Öffnungszeiten von Schanigärten. Zu einem beliebten Treffpunkt junger UnternehmerInnen in Wien wurde das von der JWW veranstaltete, monatliche Netzwerktreffen „After Work Network“, freut sich Tarbauer.

   

Die kommenden Monate will Jürgen Tarbauer besonders den ursprünglichen Aufgaben der JWW widmen, nämlich jungen UnternehmerInnen eine Plattform zur Vernetzung bieten, sowie für bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen kämpfen. Dabei stellt Tarbauer neben PR-Aktionen und dem neuen Jungunternehmerblog vor allem den Leadersclub als Möglichkeit einander kennenzulernen in den Vordergrund.