Dominik Jenewein (28), Gründer und Geschäftsführer der Jewa Profi-Massmöbel GmbH in Mieders im Stubaital, wurde zum neuen Landesvorsitzenden der Jungen Wirtschaft Tirol gewählt. Mit 1. Jänner 2020 wird er somit das JW-Zepter von Clemens Plank übernehmen. 

Im Jahr 2016 gründete Dominik Jenewein sein Möbelindustrieunternehmen, das sich als Zulieferer für Tischlereibetriebe etabliert hat. „Wir sind quasi das Ikea für den Tischler“, so der künftige Landesvorsitzende lachend. Jewa unterstützt Tischler, indem sie ihnen qualitativ hochwertige Möbel, nach ihrem Wunsch, zu einem günstigen Preis liefern können. Dadurch kann der Tischler sich mehr auf Verkauf und Montage oder andere Teilbereiche konzentrieren. Durch sein Unternehmen kennt Jenewein die Sorgen und Nöte einer Branche. Als Sohn einer Unternehmerfamilie wurde ihm wirtschaftliches Denken quasi in die Wiege gelegt. Jenewein besuchte das Akademische Gymnasium in Innsbruck und machtene einen kurzen Abstecher ins Rechtswissenschaftsstudium. „Ich wollte immer schon  selbstständig werden, das war mir in der Schule schon klar. Dass ich im Möbelbereich lande, hätte ich mir allerdings nie gedacht“, so der Jungunternehmer. Sein Vater brauchte damals Unterstützung im Betrieb und Jenewein hat ihn anfangs als Assistent unterstützt. Durch die Symbiose alt und neu haben sich viele neue Türen aufgetan. So waren Tradition und die neuen Ansätze der Digitalisierung perfekt vereint. „Mein Vater hat mir immer vertraut, dafür bin ich sehr dankbar. Fast all mein kaufmännisches Know-how habe ich von ihm gelernt. Ohne das, wäre ich nicht so erfolgreich
geworden“, erzählt Jenewein stolz. Mit 24 Jahren hat er sich dann selbstständig gemacht, das war
Anfang 2016. Im gleichen Jahr hat er den Tiroler Jungunternehmerpreis gewonnen. 

Neue Herausforderung
„Die Gründung eines eigenen Unternehmens ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Darum ist es richtig, dass die Rahmenbedingungen dafür möglichst attraktiv sind. Es ist unsere Aufgabe, die
Jungunternehmer bei der Umsetzung ihrer Ideen zu nterstützen und Sprachrohr gegenüber der Politik
zu sein. Die Chance, so aktiv an der Interessenpolitik mitzureden, wollte ich nützen. Einfach auch, um
mich für die Junggründer, Start-ups und Jungunternehmer einsetzen zu können“, so Jenewein über
sein neues Amt. „Was mir besonders gefällt, man kann etwas bewegen. Alle sind mit vollem Herzblut
dabei und das hat mich inspiriert“, so der Neo-Landesvorsitzende der Jungen Wirtschaft Tirol.

Neue Visionen
Die Aufgaben und künftigen Visionen des Landesvorsitzenden sind vielfältig und breit gefächert.
Einen Schwerpunkt wird der Bereich Bildung und wirtschaftliches Denken in Schulen einnehmen.
Es braucht die breite gesellschaftliche Akzeptanz, dass die Selbstständigkeit eine erstrebenswerte
Karriereoption ist. Das fängt schon mit der fehlenden Entrepreneurshipbildung an Schulen an.
„Viele schulische Inhalte sind einfach nicht mehr zeitgemäß“, kritisiert Jenewein. „Mein Vater hat
mich geprägt, sonst wäre ich nie Unternehmer geworden. Selbstständigkeit und Unternehmertum werden in den berufsbildenden höheren Schulen nie als Alternative genannt. Das muss sich ändern.“ Die Junge Wirtschaft Tirol hat ein modulares System für Schulen ausgearbeitet, im wirtschaftliches Interesse greifbarer zu machen. Mit diesem Programm können Experten der Wirtschaftskammer aus den verschiedensten Bereichen informieren. „Wie funktioniert ein Kredit? Was ist eine  Sozialpartnerschaft? Welchen Service bietet die Wirtschaftskammer. Wie funktioniert ein Businessplan? Auch Gespräche mit Unternehmern werden forciert. Denn diese können Schüler motivieren und ermutigen.“
Denn der Funke der Selbstständigkeit sei bei vielen Schülern da, man muss ihn nur zünden. „Das ist unglaublich spannend und erfüllend, weil man so viel umsetzen kann. Unser Ziel ist es langsam zu wachsen und den Schulen die Möglichkeit zu bieten, mehr Praxisbezug aus der Wirtschaft einkehren zu lassen. An der HAK Innsbruck haben wir gestartet. Das Feedback ist sehr gut und weitere Schulen haben schon angefragt.“

Klassisches Unternehmertum
Klassisches Unternehmertum soll künftig wieder mehr in den Mittelpunkt gerückt werden. "Unternehmen, die langsam aber stetig wachsen und ich vielleicht sogar in generationsübergreifende Familienunternehmen entwickeln, sollen mehr Raum bekommen. Start-ups sind wichtig als Innovationsfaktor, die gestandenes Unternehmertum erfrischen. Mein Ansatz ist aber, dass wir in Tirol wieder mehr auf mittelständische Unternehmen schauen sollten. Wir brauchen auch in Zukunft Unternehmen, die langfristig zehn, 50 oder gar 300 Angestellte haben, anstatt ihr Unternehmen oder ihre Idee per Exit an einen ausländischen Konzern zu verkaufen“, erklärt Jenewein. Weiters möchte der neue Landesvorsitzende der Jungen Wirtschaft Tirol die Betriebsnachfolge von Tiroler  Unternehmen forcieren. Unter dem Motto „Übernahme als Motor für Innovation“ soll weiter auf die regionale Nachhaltigkeit geschaut werden.

 Weniger Klassenkampf, mehr Ansehen
Der Sprung ins Unternehmertum kostet Mut, darf aber kein unüberwindbares Hindernis sein.
„Das Bild von Unternehmen ist in Tirol oft sehr falsch“, so Dominik Jenewein nachdenklich. „Der
Unternehmer ist kein Ausbeuter. Er schafft Arbeitsplätze und ernährt oft ganze Haushalte. Ich
wünsche mir in unserer Gesellschaft weniger Klassenkampf und mehr Ansehen für den Unternehmer. Denn Selbstständige sind nicht nur superreiche Schnösel, im Gegenteil. Unternehmer investieren meist ihr gesamtes Geld und gehen auf volles Risiko – da kann man ihnen dann auch für den Erfolg gratulieren. Statt Freude kommt Neid auf – und hier will ich ein Umdenken.“ 

Eine aufregende Reise
Die künftige Funktionärstätigkeit als Landesvorsitzender der Jungen Wirtschaft mit dem eigenen Betrieb zu vereinbaren, ist keine leichte Aufgabe: „Es ist viel Aufwand, aber ich mache es mit Herzblut und gehe dafür gern die nötige Extrameile. Ich vertraue meinen super Mitarbeitern und das  Unternehmen läuft dank ihnen auch stabil weiter, wenn ich mal einen Tag nicht im Betrieb bin. Die eine oder andere Nachtschicht für mich wird wohl nicht ausbleiben – aber es ist mir jede Minute wert, solange es die Unternehmer in Tirol weiterbringt.“