Mit dem 27. Geburtstag verlängert sich die Wartezeit für den staatlichen Versicherungsschutz bei Berufsunfähigkeit, Invalidität oder Erwerbsunfähigkeit um das 10fache bzw. kann damit der staatliche Schutz auch generell über Nacht wegfallen, wenn die Mindestversicherungszeit nicht erfüllt ist.

60 Monate Wartezeit über Nacht – Wissenswertes zur Wartezeit bei Berufsunfähigkeit

Martin L. wird morgen 27 Jahre alt. Ein Grund zum Feiern. Was er aber nicht weiß ist, dass er damit über Nacht vielleicht keinen staatlichen Versicherungsschutz bei Berufsunfähigkeit mehr hat.

Wie kann das sein?

Um im Falle einer Berufsunfähigkeit Leistungen aus der gesetzlichen Sozialversicherung zu erhalten, gelten für Martin L. mit der Vollendung des 27. Lebensjahres geänderte Wartezeiten (=Mindestversicherungszeiten).

Für die Wartezeit gilt: Bis zur Vollendung des 27. Lebensjahres sind dies 6 Monate. Ab dem 27. Geburtstag erhöht sich die Wartezeit um das 10fache auf 60 Versicherungsmonate (5 Versicherungsjahre) innerhalb der letzten 120 Kalendermonate (10 Kalenderjahre). Ist die Wartezeit nicht erfüllt, besteht kein Anspruch auf Leistung.

Ein Umstand, der vor allem für Jungakademiker, die spät in das Berufsleben einsteigen und damit noch nicht auf die erforderliche Anzahl der Versicherungsmonate kommen, zum Problem werden kann.

Liegt der Pensionsstichtag nach dem 50. Lebensjahr erhöht sich die Wartezeit schrittweise weiter. Nähere Informationen dazu auf www.help.gv.at.

Bei einem Anspruch auf eine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente ist diese finanziell begrenzt, wodurch in der Regel eine Lücke zum bisherigen Aktiveinkommen entsteht. Privat zusätzlich vorzusorgen macht daher Sinn!