Grundsätzlich beträgt die gesetzliche Normalarbeitszeit 40 Wochenstunden. Diese darf in einzelnen Wochen auf bis zu 60 Wochenstunden erhöht werden, wenn innerhalb eines Durchrechnungszeitraumes von 17 Wochen eine Arbeitszeit von 48 Stunden nicht überschritten wird. In gewissen Kollektivverträgen wird dieser Zeitraum auf 26 Wochen oder 52 Wochen verlängert, wenn dazu entsprechende arbeitsorganisatorische Gründe vorliegen.

Bisher war strittig, ob der Durchrechnungszeitraum rollierend oder starr zu behandeln ist. Das zentrale Arbeitsinspektorat erachtete die Handhabung eines starren Durchrechnungszeitraumes früher als zulässig. Mit Erlass vom 20. 12. 2019 (BMASGK462.302/0007-VII/A/3/2019) wurde von dieser Ansicht aber abgegangen. Nunmehr gilt folgendes:

  • Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit gemäß § 9 Abs. 4 AZG ist rollierend durchzurechnen. Die 48 Wochenstunden müssen somit im Schnitt in jedem beliebigen 17-Kalenderwochen-Zeitraum eingehalten werden. Es sind daher nicht mehr nur die Zeiträume Woche 1-17, Woche 18-34, Woche 35-51 etc. zu betrachten, sondern auch Woche 2-18, Woche 3-19 etc.
  • Jeder neue Durchrechnungszeitraum hat an einem Montag zu beginnen und endet somit an einem Sonntag (zB 10. Februar 2020 bis 7. Juni 2020).

Für Überprüfungen durch das das Arbeitsinspektorat gilt Folgendes:

Für Zeiträume bis 31.12.2019 wird nur überprüft, ob innerhalb der vom Unternehmen festgelegten starren 17-Wochen-Zeiträume die durchschnittliche Arbeitszeit von 48 Stunden pro Woche eingehalten wurde.

Wurde der Durchrechnungszeitraum ab 2020 nicht umgestellt, besteht aber keine Überschreitung der 48 Wochenstunden, findet eine Beratung statt um eine bestmögliche Umstellung auf einen rollierenden Durchrechnungszeitraum zu gewährleisten. Der Grundsatz lautet hier: Beratung vor Strafe.

Stellt das Arbeitsinspektorat bei Überprüfungen der Arbeitszeitaufzeichnung jedoch fest, dass die gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitszeiten nicht eingehalten wurden, wird abhängig von der Schwere des Verstoßes entweder nur eine Verwarnung ausgesprochen oder Anzeige bei der Verwaltungsstrafbehörde erstattet.

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