Obwohl der Jahreswechsel noch nicht allzu lange her ist, möchten wir schon jetzt an die Vorsteuererstattung für das vergangene Jahr erinnern. Je früher Sie mit der Vorbereitung des Antrages beginnen, desto länger ist Zeit um noch Fehler zu korrigieren.

 

Ein umsatzsteuerlicher Unternehmer, der zum Vorsteuerabzug berechtigt ist, kann nicht nur die inländischen Vorsteuern geltend machen, er kann sich auch Vorsteuern, die im übrigen Unionsgebiet sowie in einigen Drittländern angefallen sind, rückerstatten lassen. Dabei ist zu beachten, dass sich die Erstattung von Vorsteuern stets nach den im jeweiligen Erstattungsstaat vorgesehenen Vorschriften richtet. Es sind daher nur jene Vorsteuern erstattungsfähig, die nach dem Recht des Erstattungsstaates nicht vom Vorsteuerabzug ausgeschlossen sind.

 

Beispiel: In Österreich sind Vorsteuern, die im Zusammenhang mit der Anschaffung oder dem Betrieb eines PKWs stehen, nur in Ausnahmefällen abzugsfähig. Auch ein ausländisches Unternehmen kann sich diese Vorsteuern in Österreich daher nicht erstatten lassen. In Deutschland ist ein solches Vorsteuerabzugsverbot für PKWs nicht vorgesehen. Daher kann sich auch ein österreichischer Unternehmer Vorsteuern, die zB beim Tanken in Deutschland angefallen sind, in Deutschland erstatten lassen.

 

Vorsteuererstattung innerhalb der EU

 

Für Erstattungen innerhalb der EU ist der Antrag auf Vorsteuerrückerstattung spätestens bis zum 30. September des Folgejahres einzubringen. Diese Frist ist nicht verlängerbar; ein verspätetes Einreichen führt zur Versagung der Rückerstattung. Der Antrag wird über das elektronische Portal des Sitzfinanzamtes des Antragstellers eingereicht. Dieses leitet den Antrag dann an den Mitgliedsstaat der Erstattung weiter. In Österreich ist der Antrag via Finanz Online einzubringen.

 

Mit dem elektronisch übermittelten Antrag auf Vorsteuererstattung müssen weder eine Unternehmerbescheinigung noch die jeweiligen Papierrechnungen oder Einfuhrdokumente übermittelt werden. Der Erstattungsmitgliedsstaat kann lediglich bei Rechnungen über € 1.000 und bei Kraftstoffrechnungen über € 250 die Vorlage einer Rechnungskopie verlangen.

Achtung: Bei Erstattungsanträgen von deutschen Vorsteuern sind Rechnungen, die diese Schwellenwerte überschreiten, zwingend mit dem Antrag elektronisch zu übermitteln!

 

Den Erstattungszeitraum kann der Unternehmer grundsätzlich selbst wählen; er muss jedoch mindestens drei aufeinanderfolgende Kalendermonate umfassen und darf maximal ein Kalenderjahr betragen. Der Erstattungszeitraum für die letzten Monate eines Kalenderjahres kann auch weniger als drei Monate umfassen (zB November und Dezember).

 

Der zu erstattende Betrag muss mindestens € 400 pro Erstattungsantrag betragen. Dies gilt nicht, wenn der Erstattungszeitraum ein ganzes Kalenderjahr oder den letzten Zeitraum eines Kalenderjahres umfasst. In diesem Fall gilt ein Mindesterstattungsbetrag von € 50.

 

Vorsteuererstattung im Drittland

 

Eine Erstattung von Vorsteuern ist auch in einigen Drittstaaten möglich. Hier endet die Frist in vielen Fällen bereits mit dem 30. Juni des Folgejahres (zB Schweiz oder Norwegen). Auch diese Frist ist in der Regel nicht verlängerbar. In welcher Form der Antrag einzubringen ist und welche Unterlagen dafür benötigt werden (zB Unternehmerbescheinigung, Originalbelege etc) ist von Land zu Land verschieden. Sollten Vorsteuern im Jahr 2018 in Drittländern angefallen sein, sollten Sie sich daher rasch über die Möglichkeiten einer Vorsteuererstattung informieren!

 

Auch ausländische Unternehmer, die nicht in einem EU-Mitgliedstaat ansässig sind, können unter bestimmten Voraussetzungen österreichische Vorsteuern geltend machen. Die Erstattung von Vorsteuern aus einem Drittland wird mittels des Formulars U 5 unter Beilage einer Unternehmerbescheinigung und sämtlicher Belege und Dokumente im Original geltend gemacht. Bei erstmaliger Beantragung ist zudem der Fragebogen Verf 18 einzubringen. Der vollständige Antrag muss bis 30. Juni des Folgejahres in Papierform beim Finanzamt Graz-Stadt einlangen. Auch diese Frist ist nicht verlängerbar.

Für weitere Fragen zu diesem Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Sie erreichen uns telefonisch unter unserer NeugründerInnen-Hotline in Graz +43 (0)316 327 940 bzw. in Köflach +43 (0)3144 3469, per Mail unter gruender@gaedke.co.at oder besuchen Sie unsere Website.


Für weitere Fragen zu diesem Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Sie erreichen uns telefonisch unter unserer NeugründerInnen-Hotline in Graz +43 (0)316 327 940 bzw. in Köflach +43 (0)3144 3469, per Mail unter gruender@gaedke.co.at oder besuchen Sie die Website.