Wenige Wochen vor dem Jahreswechsel sollten noch Maßnahmen zur Optimierung des steuerlichen Ergebnisses ihres Unternehmens überlegt werden, um so Steuern zu sparen. Eine Möglichkeit liegt in der Ausnutzung des Gewinnfreibetrages.  


Den Gewinnfreibetrag (GFB) können alle Einzelunternehmer und Personengesellschaften in Anspruch nehmen, die betriebliche Einkünfte erzielen. Bemessungsgrundlage für den Gewinnfreibetrag ist der durch Einnahmen-Ausgaben-Rechnung oder Bilanzierung ermittelte Gewinn.


Ein Grundfreibetrag von 13% von bis zu € 30.000 Gewinn steht jedem Steuerpflichtigen automatisch zu (13% von € 30.000 = € 3.900). Für die Inanspruchnahme dieses Grundfreibetrags müssen keine Investitionen getätigt werden. Der Grundfreibetrag steht - auch bei mehreren Betrieben - nur einmal für Gewinne bis zu insgesamt 30.000 Euro zu.

 

Für Gewinne über € 30.000, steht ein über den Grundfreibetrag hinausgehender investitionsbedingter GFB nur soweit zu, als der Steuerpflichtige im betreffenden Jahr bestimmte Investitionen getätigt hat. Die maximale Höhe des Gewinnfreibetrages ist abhängig von der Höhe des Gewinns und bemisst sich folgendermaßen:

 

Gewinne bis zu € 175.000: 13 %

die nächsten € 175.000: 7 %

die nächsten € 230.000: 4,5 %

 

Für Gewinne über € 580.000 steht kein Gewinnfreibetrag mehr zu. Der maximale Gewinnfreibetrag beträgt somit € 45.350.

 

TIPP: Der Grundfreibetrag steht auch bei Inanspruchnahme einer Pauschalierung zu. Der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag kann bei Inanspruchnahme einer Pauschalierung nicht beansprucht werden.

 

Folgende Investitionen sind begünstigt und berechtigen bei entsprechender Höhe des Gewinnes zum Abzug eines zusätzlichen investitionsbedingten Gewinnfreibetrages:

  • Körperliche, abnutzbare und ungebrauchte Anlagegüter mit einer betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von mindestens 4 Jahren (zB Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, LKW, Hardware und Gebäudeinvestitionen ab Fertigstellung)
    Achtung: Ausgeschlossen sind PKW (außer Taxi und Fahrschulfahrzeuge), Software und geringwertige Wirtschaftsgüter!

  • Bestimmte Wertpapiere (Anleihen sowie Anleihen- und Immobilienfonds, welche als Deckungswertpapiere für die Pensionsrückstellung zugelassen sind)
    Achtung: Diese Wertpapiere müssen ab dem Anschaffungszeitpunkt für mindestens 4 Jahre dem Anlagevermögen gewidmet werden. Für den GFB angeschaffte Wertpapiere können aber jederzeit verpfändet werden.

 

Der investitionsbedingte Gewinnfreibetrag wird – bei entsprechendem Jahresgewinn – von der Höhe der Anschaffungs- oder Herstellungskosten dieser Wirtschaftsgüter berechnet. Er ist im Jahr der Anschaffung oder Herstellung geltend zu machen.

 

Der GFB ist in der Steuererklärung getrennt nach körperlichen Wirtschaftsgütern und Wertpapieren auszuweisen. Bei körperlichen Wirtschaftsgütern ist die Inanspruchnahme des Freibetrages im Anlageverzeichnis zu dokumentieren. Bei Wertpapieren ist ein gesondertes Verzeichnis zu führen, in das die Wertpapiere, für die der Freibetrag in Anspruch genommen wird, eingetragen werden müssen.

 

TIPP: Auch für selbständige Nebeneinkünfte (zB aus einem Werk- oder freien Dienstvertrag), Bezüge eines selbständig tätigen Gesellschafter-Geschäftsführers oder Aufsichtsrats- und Stiftungsvorstandsvergütungen kann der GFB geltend gemacht werden.

 

Um den Gewinnfreibetrag optimal auszunutzen sollte rechtzeitig vor Jahresende eine Planungsrechnung zur Ermittlung des zur Verfügung stehenden Gewinnes erstellt werden. Danach können noch begünstigte Investitionen getätigt werden. Sollten keine (kurzfristig umsetzbaren) Investitionen geplant sein, kann die noch erforderliche Investitionsdeckung durch den Kauf von begünstigten Wertpapieren erfüllt werden.


Wichtig: Die Wertpapiere müssen am 31.12.2018 auf Ihrem Depot liegen!


Für weitere Fragen zu diesem Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Sie erreichen uns telefonisch unter unserer NeugründerInnen-Hotline in Graz +43 (0)316 327 940 bzw. in Köflach +43 (0)3144 3469, per Mail unter gruender@gaedke.co.at oder besuchen Sie unsere Website.