Steuertipps zum Jahresende 2019

Alle Jahre wieder empfiehlt es sich, rechtzeitig vor dem Jahresende einen Steuer-Check zu machen. Nicht nur für Unternehmer, sondern auch für Arbeitnehmer sowie alle Steuerpflichtigen. Wurden auch wirklich alle steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten genutzt und nichts übersehen? Was ist vor dem Jahreswechsel noch unbedingt zu erledigen? Denn am 32. Dezember ist es jedenfalls zu spät!

Inhalt

1.          Allgemeine Tipps zur Gewinnsteuerung

2.          Steueroptimale Verlustverwertung

3.          Gewinnfreibetrag

4.          Spenden aus dem Betriebsvermögen

5.          Forschungsprämie

6.          Elektroautos

7.          Wertpapierdeckung für Pensionsrückstellung

8.          Umsatzgrenze für Kleinunternehmer

9.          Ende der Aufbewahrungspflicht für Aufzeichnungen aus 2012

10.       GSVG-Befreiung für „Kleinstunternehmer“

11.       Antrag auf Energieabgabenvergütung für 2014

12.       Ausnutzung aller Steuersparmöglichkeiten für Mitarbeiter

13.       Tipps für Arbeitnehmer 

Allgemeine Tipps zur Gewinnsteuerung

  • Wenn Sie heuer noch Investitionen tätigen, müssen Sie das Wirtschaftsgut noch bis zum 31.12.2019 in Betrieb nehmen, um eine Halbjahresabschreibung geltend machen zu können. Mit der Bezahlung können Sie sich trotzdem bis zum nächsten Jahr Zeit lassen.
  • Investitionen mit Anschaffungskosten bis € 400 (exkl. USt bei Vorsteuerabzug) können sofort als geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) abgesetzt werden.
  • Stille Reserven aus der Veräußerung von mindestens 7 Jahre alten Anlagegütern können unter bestimmten Voraussetzungen bei natürlichen Personen auf Ersatzbeschaffungen übertragen oder einer Übertragungsrücklage zugeführt werden.

TIPP 2020: Ab 1.1.2020 beträgt die Anschaffungskostengrenze für geringwerte Wirtschaftsgüter € 800. Daher sollte im Einzelfall abgewogen werden, ob sich nicht die Verschiebung der Anschaffung von Wirtschaftsgütern mit Kosten über € 400 bis € 800 ins Jahr 2020 insgesamt steuerlich vorteilhafter auswirkt.

  • Bilanzierer haben durch Vorziehen von Aufwendungen und Verschieben von Erträgen einen gewissen Gestaltungsspielraum. Beachten Sie auch, dass bei halbfertigen Arbeiten und Erzeugnissen eine Gewinnrealisierung unterbleibt.
  • Einnahmen-Ausgaben-Rechner können durch Vorziehen von Ausgaben und Verschieben von Einnahmen ihre Einkünfte steuern. Dabei ist aber zu beachten:
    • Regelmäßig wiederkehrende Einnahmen und Ausgaben, die 15 Tage vor oder nach dem Jahresende bezahlt werden, sind dem Jahr zuzurechnen, zu dem sie wirtschaftlich gehören.
      • Ausgaben für bestimmte Wirtschaftsgüter des Umlaufvermögens, die keinem regelmäßigen Wertverzehr unterliegen, sind erst beim Verkauf steuerwirksam abzusetzen. Dazu zählen Gold, Silber, Platin und Palladium, sofern diese Edelmetalle nicht der unmittelbaren Weiterverarbeitung dienen, sowie Grundstücke des Umlaufvermögens.

Steueroptimale Verlustverwertung

Bei der Körperschaftsteuer können vortragsfähige Verluste nur bis zu 75 % des Gesamtbetrags der Einkünfte verrechnet werden (ausgenommen davon sind ua Sanierungsgewinne und Gewinne aus der Veräußerung von (Teil-)Betrieben und Mitunternehmeranteilen).

Bei der Einkommensteuer sind Verluste zu 100 % mit dem Gesamtbetrag der Einkünfte zu verrechnen. Bei hohen Verlustvorträgen oder niedrigen Gewinnen kann dies zu Nachteilen führen, da unter Umständen die niedrigen Tarifstufen sowie Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen nicht mehr ausgenutzt werden können. In solchen Fällen können Maßnahmen zur Gewinnerhöhung von Vorteil sein.

TIPP: Auch bei Einnahmen-Ausgaben-Rechnern sind Verluste unbeschränkt vortragsfähig!

Beachten Sie, dass bei natürlichen Personen Verluste als kapitalistische Mitunternehmer nicht ausgleichsfähig sind, insofern dadurch ein negatives steuerliches Kapitalkonto entsteht. Derartige Verluste sind nur mehr als Wartetastenverluste für künftige Gewinne (oder Einlagen) aus derselben Einkunftsquelle vortragsfähig.

Zum Jahresende sollte auch geprüft werden, ob die Begründung einer Unternehmensgruppe zur optimalen Verlustverwertung möglich und sinnvoll ist. 

Gewinnfreibetrag

Der Gewinnfreibetrag (GFB) steht allen natürlichen Personen unabhängig von der Gewinnermittlungsart zu und beträgt bis zu 13% des Gewinns (max. € 45.350 pro Jahr). Für Gewinne bis € 175.000 steht ein GFB iHv 13% zu. Für Gewinne zwischen € 175.000 und € 350.000 können 7% und für Gewinne zwischen € 350.000 und € 580.000 4,5% als GFB geltend gemacht werden. Für Gewinne über € 580.000 steht kein weiterer GFB mehr zu.

Bis € 30.000 Gewinn steht der 13%ige GFB (13% von € 30.000 = € 3.900) jedem Steuerpflichtigen automatisch zu (Grundfreibetrag). Darüber hinaus steht ein (investitionsbedingter) GFB nur zu, wenn der Steuerpflichtige im betreffenden Jahr begünstigungsfähige Investitionen getätigt hat. Begünstigungsfähig sind Investitionen in bestimmte ungebrauchte, abnutzbare körperliche Wirtschaftsgüter mit einer Nutzungsdauer von mindestens vier Jahren (zB Maschinen, Betriebs- und Geschäftsausstattung, LKW, EDV, Gebäudeinvestitionen) sowie in bestimmte Wertpapiere, die ab dem Anschaffungszeitpunkt 4 Jahre als Anlagevermögen gewidmet werden.

TIPP: Seit dem Jahr 2017 können wieder alle Anleihen sowie Anleihen- und Immobilienfonds, welche als Deckungswertpapiere für die Pensionsrückstellung zugelassen sind, für die Geltendmachung eines investitionsbedingten GFB herangezogen werden.

Auch für selbständige Nebeneinkünfte (zB aus einem Werk- oder freien Dienstvertrag), Bezüge eines selbständig tätigen Gesellschafter-Geschäftsführers oder Aufsichtsrats- und Stiftungsvorstandsvergütungen steht der GFB zu. Bei Inanspruchnahme einer Betriebsausgabenpauschalierung steht allerdings nur der Grundfreibetrag und kein investitionsbedingter Gewinnfreibetrag zu.

TIPP: Bei rechtzeitiger Ermittlung des erwarteten Jahresgewinnes 2019 kann durch Vorziehen von Investitionen oder dem Kauf von Wertpapieren der GFB bestmöglich ausgenutzt werden. 

Spenden aus dem Betriebsvermögen

Spenden aus dem Betriebsvermögen an begünstigte Spendenempfänger sind bis max. 10% des Gewinns des laufenden Wirtschaftsjahres steuerlich absetzbar. Als Obergrenze gilt der Gewinn vor Berücksichtigung des GFB. Damit derartige Spenden noch im Jahr 2019 abgesetzt werden können, müssen sie bis spätestens 31.12.2019 geleistet werden.

Zusätzlich zu diesen Spenden sind Geld- und Sachspenden im Zusammenhang mit der Hilfestellung bei (nationalen und internationalen) Katastrophen (zB bei Hochwasser-, Erdrutsch-, Vermurungs- und Lawinenschäden) unbegrenzt als Betriebsausgaben absetzbar. Voraussetzung ist, dass sie als Werbung entsprechend vermarktet werden (zB durch Erwähnung auf der Homepage).

TIPP: Steuerlich absetzbar ist auch das Sponsoring an diverse gemeinnützige, kulturelle, sportliche und ähnliche Institutionen, wenn damit angemessene Gegenleistungen in Form von Werbeleistungen verbunden sind. Bei derartigen Zahlungen handelt es sich dann nicht um Spenden, sondern um echten Werbeaufwand. 

Forschungsprämie

Für Aufwendungen für Forschung und experimentelle Entwicklung kann eine Prämie iHv 14% der Forschungsaufwendungen beansprucht werden. Prämienbegünstigt sind sowohl die eigenbetriebliche Forschung als auch eine in Auftrag gegebene Forschung. Prämien für Auftragsforschungen können für Ausgaben bis zu einem Höchstbetrag von € 1 Mio. pro Wirtschaftsjahr geltend gemacht werden. Für den Prämienantrag muss nach Ablauf des Wirtschaftsjahrs elektronisch ein sogenanntes Jahresgutachten der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) eingeholt werden.

TIPP: Um größere Sicherheit über die steuerliche Anerkennung von Forschungsaufwendungen zu erlangen, besteht die Möglichkeit, im Vorhinein eine bescheidmäßige Bestätigung über die begünstigte Forschung für ein bestimmtes Forschungsprojekt beim Finanzamt zu beantragen. Dafür muss von der FFG ein sogenanntes Projektgutachten eingeholt werden.

 

Elektroautos

Die Anschaffungskosten von Elektroautos sind vorsteuerabzugsberechtigt. Der volle Vorsteuerabzug steht allerdings nur bei Anschaffungskosten bis maximal € 40.000 brutto zu. Zwischen € 40.000 und € 80.000 brutto gibt es einen aliquoten Vorsteuerabzug. Kostet das Elektroauto mehr als € 80.000 brutto, so steht kein Vorsteuerabzug zu.

 

TIPP: Elektroautos sind wegen der fehlenden CO2-Emissionen nicht NoVA-pflichtig und von der motorbezogenen Versicherungssteuer befreit. Für jene Mitarbeiter, die das arbeitgebereigene Elektroauto privat nutzen dürfen, fällt kein Sachbezug an.

 

Wertpapierdeckung für Pensionsrückstellung

Am Schluss eines jeden Wirtschaftsjahres müssen Wertpapiere im Nennbetrag von mindestens 50% des am Schluss des vorangegangenen Wirtschaftsjahres ausgewiesenen steuerlichen Pensionsrückstellungsbetrages im Betriebsvermögen vorhanden sein. Auf das Deckungserfordernis können auch Ansprüche aus einer Rückdeckungsversicherung angerechnet werden. Beträgt die erforderliche Wertpapierdeckung auch nur vorübergehend weniger als die erforderlichen 50% der Rückstellung, so ist als Strafe der Gewinn um 30 % der Wertpapierunterdeckung zu erhöhen (ausgenommen in dem Ausmaß, in welchem die Rückstellung infolge Absinkens der Pensionsansprüche am Ende des Jahres nicht mehr ausgewiesen wird oder getilgte Wertpapiere binnen 2 Monaten ersetzt werden).

Als deckungsfähige Wertpapiere gelten vor allem in Euro begebene Anleihen und Anleihenfonds (wobei neben Anleihen österreichischer Schuldner auch Anleihen von in einem EU- bzw EWR-Mitgliedstaat ansässigen Schuldnern zulässig sind), weiter auch inländische Immobilienfonds sowie ausländische offene Immobilienfonds mit Sitz in einem EU- bzw. EWR-Staat. Die Wertpapiere dürfen nicht verpfändet werden.  

Umsatzgrenze für Kleinunternehmer

Unternehmer mit einem Jahres-Nettoumsatz von bis zu € 30.000 sind umsatzsteuerlich Kleinunternehmer und damit von der Umsatzsteuer befreit. Je nach anzuwendendem Umsatzsteuersatz entspricht dies einem Bruttoumsatz von € 33.000 (bei nur 10%igen Umsätzen) bis € 36.000 (bei nur 20%igen Umsätzen). Für die Berechnung der Kleinunternehmergrenze müssen bestimmte steuerfreie Umsätze (wie zB Umsätze aus ärztlicher Tätigkeit oder als Aufsichtsrat) nicht berücksichtigt werden. Ein Kleinunternehmer darf keine Umsatzsteuer in Rechnung stellen und keinen Vorsteuerabzug geltend machen.

Achtung: Ob die Kleinunternehmergrenze überschritten ist oder nicht, richtet sich nach der Höhe der Entgelte für die im Veranlagungszeitraum ausgeführten Leistungen.

 

TIPP: Steuerbefreite Kleinunternehmer, die sich mit ihrem Umsatz knapp an der Kleinunter-nehmergrenze bewegen, sollten rechtzeitig überprüfen, ob sie die Umsatzgrenze im laufenden Jahr noch überschreiten könnten. Eine einmalige Überschreitung um 15 % innerhalb von 5 Jahren ist unschädlich. Wird die Grenze überschritten, müssen sämtliche Leistungen nachversteuert werden! Auch ein Verzicht auf die Kleinunternehmerbefreiung kann überlegt werden.

TIPP 2020: Ab 2020 beträgt die Kleinunternehmergrenze € 35.000. Besteht die Möglichkeit, dass die Kleinunternehmergrenze heuer knapp überschritten wird, kann daher geprüft werden, ob noch eine Verschiebung von Umsätzen ins nächste Jahr möglich ist. 

Beachten Sie, dass eine Verschiebung von Einnahmen ins Jahr 2020 auch aus einem zweiten Grund steuerlich vorteilhaft sein könnte. Ab 2020 besteht für kleine Unternehmen nämlich die Möglichkeit, den Gewinn mittels der neuen Kleinunternehmerpauschalierung zu ermitteln. Dies gilt für Einkünfte aus einer selbständigen oder gewerblichen Tätigkeit, wenn die gesamten pauschalierungsfähigen Umsätze des Unternehmers nicht mehr als € 35.000 betragen. Ausgenommen davon sind Einkünfte als Gesellschafter-Geschäftsführer, Aufsichtsratsmitglied und Stiftungsvorstand. Bei dieser Gewinnermittlungsart können die Betriebsausgaben pauschal mit 45 % bzw 20 % bei Dienstleistungsbetrieben angesetzt werden. Daneben sind nur noch die gesetzlichen Sozialversicherungsbeiträge abzugsfähig. Der Gewinngrundfreibetrag steht ebenfalls zu. Besonders für Personen mit nebenberuflichen Einkünften (zB Vortragstätigkeit, Autorenhonorare), bei denen nur geringe Betriebsausgaben anfallen, könnte diese neue Pauschalierung ab 2020 interessant sein. 

Ende der Aufbewahrungspflicht für Aufzeichnungen aus 2012

Zum 31.12.2019 läuft die 7-jährige Aufbewahrungspflicht für Bücher, Aufzeichnungen, Belege etc des Jahres 2012 aus. Diese können daher ab 1.1.2020 vernichtet werden. Beachten Sie aber, dass Unterlagen weiter aufzubewahren sind, wenn sie in einem anhängigen Verfahren, bei dem Ihnen Parteistellung zukommt, oder für zivilrechtliche Fragen von Bedeutung sind. Selbstverständlich können Sie die Buchhaltungsunterlagen auch elektronisch archivieren. In diesem Fall muss allerdings die inhaltsgleiche, vollständige und geordnete Wiedergabe bis zum Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungsfrist jederzeit gewährleistet sein.

Achtung: Die Aufbewahrungsfrist für Grundstücke, die unternehmerisch genutzt werden, beträgt 22 Jahre!

TIPP: Für eine spätere Immobilienertragsteuer-Berechnung empfehlen wir sämtliche Belege im Zusammenhang mit privaten und betrieblichen Grundstücken zeitlich unbegrenzt aufzubewahren. Dazu zählen neben dem Kaufvertrag auch Belege über Anschaffungsnebenkosten (zB Anwalts- und Notarkosten, Grunderwerbsteuer, Schätzkosten) sowie über alle nach dem Kauf durchgeführten Investitionen.

 

GSVG-Befreiung für „Kleinstunternehmer“

Gewerbetreibende und Ärzte (Zahnärzte) können bis spätestens 31.12.2019 rückwirkend für das laufende Jahr die Befreiung von der Kranken- und Pensionsversicherung nach GSVG (Ärzte nur Pensionsversicherung) beantragen, wenn die steuerpflichtigen Einkünfte 2019 max. € 5.361,72 und der Jahresumsatz 2019 maximal € 30.000 aus sämtlichen unternehmerischen Tätigkeiten betragen werden. Antragsberechtigt sind:

  • Jungunternehmer (max. 12 Monate GSVG-Pflicht in den letzten 5 Jahren),
  • Personen, die das 60. Lebensjahr vollendet haben, sowie
  • Männer und Frauen, die das 57. Lebensjahr vollendet haben, wenn sie in den letzten 5 Jahren die maßgeblichen Umsatz- und Einkunftsgrenzen nicht überschritten haben.

Die Befreiung kann auch während des Bezugs von Kinderbetreuungsgeld oder bei Bestehen einer Teilversicherung während der Kindererziehung beantragt werden, wenn die monatlichen Einkünfte 2019 max. € 446,81 und der monatliche Umsatz max. € 2.500 betragen.

 

Antrag auf Energieabgabenvergütung für 201

Energieintensive Betriebe können sich auf Antrag die bezahlten Energieabgaben, die für Energieträger anfallen, die unmittelbar für den Produktionsprozess verwendet werden, rückerstatten lassen, wenn diese 0,5% des Nettoproduktionswerts (unter Berücksichtigung bestimmter Selbstbehalte) übersteigen. Der Antrag muss spätestens 5 Jahre nach Ablauf des Kalenderjahres, in dem der Vergütungsanspruch entstanden ist, beim zuständigen Finanzamt eingebracht werden (Formular ENAV 1).

 

Ausnutzung aller Steuersparmöglichkeiten für Mitarbeiter

  • Optimale Ausnutzung des Jahressechstels mit 6 bis 35,75% Lohnsteuer durch Zahlung einer Prämie;
  • Prämien für Lebens-, Kranken- und Unfallversicherungen (einschließlich Zeichnung eines Pensions-Investmentfonds) durch den Arbeitgeber für alle Arbeitnehmer oder bestimmte Gruppen von Arbeitnehmern sind bis zu € 300 pro Jahr und Arbeitnehmer steuerfrei;

Achtung: Wenn die Zahlungen aus einer Bezugsumwandlung stammen und die ASVG-Höchstbeitragsgrundlage noch nicht überschritten ist, besteht für die Zahlungen Sozialversicherungspflicht!

  • Für den Vorteil aus der unentgeltlichen oder verbilligten Abgabe von Beteiligungen am Unternehmen des Arbeitgebers (oder an verbundenen Konzernunternehmen) an alle Arbeitnehmer oder bestimmte Gruppen von Arbeitnehmern steht ein Freibetrag pro Mitarbeiter und Jahr von € 3.000 zur Verfügung; die Beteiligung muss vom Mitarbeiter länger als 5 Jahre gehalten werden;
  • (Weihnachts-)Geschenke an Arbeitnehmer sind innerhalb eines Freibetrages von € 186 jährlich lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei, wenn es sich um Sachzuwendungen handelt (zB Warengutscheine, Goldmünzen). Geldgeschenke sind immer steuerpflichtig!
  • Für Betriebsveranstaltungen (zB Betriebsausflug, Weihnachtsfeier) steht pro Arbeitnehmer und Jahr ein Steuerfreibetrag von € 365 zur Verfügung. Beachten Sie, dass sämtliche Veranstaltungen eines Jahres zusammengerechnet werden! Ein möglicherweise anfallender Mehrbetrag stellt steuerpflichtigen Arbeitslohn dar.
  • Sachzuwendungen an Arbeitnehmer, die anlässlich eines Firmen- oder Dienstjubiläums gewährt werden, sind bis € 186 jährlich steuerfrei.
  • Mitarbeiterrabatte, die an alle Arbeitnehmer oder bestimmte Gruppen von Arbeitnehmern gewährt werden, sind steuerfrei, solange sie im Einzelfall 20 % des Fremdverkaufspreises nicht übersteigen. Übersteigen Mitarbeiterrabatte im Einzelfall 20 % des Fremdverkaufspreises, so sind sie insoweit steuerpflichtig, als ihr Gesamtbetrag im Kalenderjahr € 1.000 übersteigt.
  • Zuschüsse zu den Kinderbetreuungskosten sind für Kinder bis zum 10. Lebensjahr bis € 1.000 steuer- und sozialversicherungsfrei, wenn sie allen oder bestimmten Gruppen von Arbeitnehmern gewährt und direkt an eine institutionelle Kinderbetreuungseinrichtung oder pädagogisch qualifizierte Person oder in Form eines Gutscheins einer solchen Einrichtung geleistet werden.
  • Die Förderung eines „Jobtickets“ zur Benützung öffentlicher Verkehrsmittel ist auch dann steuerfrei, wenn kein Anspruch auf das Pendlerpauschale besteht. Beachten Sie, dass die Rechnung auf den Arbeitgeber lauten muss und den Namen des Arbeitnehmers zu beinhalten hat.

 

Tipps für Arbeitnehmer

  • Werbungskosten, Sonderausgaben (zB Spenden, Kirchenbeitrag) und außergewöhnliche Belastungen müssen bis zum 31.12.2019 bezahlt werden, damit sie heuer noch von der Steuer abgesetzt werden können.
  • Für das Jahr 2014 kann nur mehr bis 31.12.2019 eine Arbeitnehmerveranlagung eingereicht oder die Rückzahlung von zu Unrecht einbehaltener Lohnsteuer beantragt werden.
  • Wer im Jahr 2016 aufgrund einer Mehrfachversicherung (zB gleichzeitig zwei oder mehr Dienstverhältnisse oder unselbständige und selbständige Tätigkeiten) über die Höchstbeitragsgrundlage hinaus Kranken-, Arbeitslosen- und Pensionsversicherungsbeiträge geleistet hat, kann sich diese bis 31.12.209 rückerstatten lassen. Der Rückerstattungsantrag für die Pensionsversicherungsbeiträge ist an keine Frist gebunden und erfolgt ohne Antrag automatisch bei Pensionsantritt.

Achtung: Die Rückerstattung ist lohn- bzw einkommensteuerpflichtig

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