Selbständig erwerbstätige Personen, die steuerrechtlich Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder aus selbständiger Tätigkeit erzielen, werden bei Überschreiten der Versicherungsgrenze sozialversicherungspflichtig. Worauf müssen Sie achten und bis wann ist eine Überschreitung der Grenze zu melden?

Üben Sie eine selbständige betriebliche Tätigkeit aus? Dann unterliegen Sie unter den folgenden Voraussetzungen der Pflichtversicherung in der gewerblichen Sozialversicherung (GSVG):

Sie sind aufgrund dieser Tätigkeit nicht bereits nach einer anderen Bestimmung pflichtversichert (z.B. nach dem ASVG oder dem FSVG),

  • Sie erzielen aus dieser Tätigkeit steuerrechtlich betriebliche „Einkünfte aus Gewerbebetrieb“ und/oder „Einkünfte aus selbständiger Arbeit“ und
  • die Einkünfte überschreiten die maßgebliche Versicherungsgrenze.

 Die Versicherungsgrenze für sogenannte „Neue Selbständige“ entspricht dem 12-fachen der monatlichen Geringfügigkeitsgrenze. Für das Jahr 2018 liegt diese Grenze bei EUR 5.256,60 (Wert 2017: EUR 5.108,40; Wert 2016: EUR 4.988,64). Die Versicherungsgrenze gilt unabhängig davon, ob Sie Ihre selbständige Tätigkeit haupt- oder nebenberuflich ausüben oder ob sie die einzige Einkommensquelle ist oder nicht. (Achtung: Bis 2015 waren für „Neue Selbständige“ je nach Vorliegen von weiteren Einkünften zwei unterschiedliche Versicherungsgrenzen zu beachten.)

Relevant für den Eintritt einer Pflichtversicherung ist die Höhe der steuerlichen Einkünfte aus der selbständigen betrieblichen Tätigkeit. Die Sozialversicherung kann daher erst im Nachhinein – nach Vorliegen des Einkommensteuerbescheides – prüfen, ob eine Pflichtversicherung nach dem GSVG besteht. Soll bereits davor ein Versicherungsschutz gegeben sein, müssen Sie der Sozialversicherung mitteilen, dass Sie die Sozialversicherungsgrenze voraussichtlich überschreiten werden. In diesem Fall beginnt die Versicherung bereits mit Einlangen der Überschreitungserklärung bei der Sozialversicherung (jedoch frühestens mit Beginn der betrieblichen Tätigkeit). Bitte beachten Sie, dass der Versicherungsschutz (und damit auch die Beitragspflicht) auch dann aufrecht bleibt, wenn Ihre Einkunftsprognose falsch war und die Versicherungsgrenze letztlich doch nicht überschritten wird.

Wird der Eintritt einer Pflichtversicherung nicht gemeldet und wird die Pflichtversicherung erst nach Übermittlung des Einkommensteuerbescheides durch das Finanzamt von der Sozialversicherung festgestellt, wird ein Beitragszuschlag in Höhe von 9,3 % der Beiträge vorgeschrieben. Diesen Zuschlag können Sie verhindern, indem Sie das Überschreiten der Versicherungsgrenze binnen acht Wochen ab Ausstellung des Einkommensteuerbescheides Ihrer Sozialversicherung melden.

 Für weitere Fragen zu diesem Thema stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Sie erreichen uns telefonisch unter unserer NeugründerInnen-Hotline in Graz 0316/ 327940 bzw. in Köflach 03144/ 3469, per Mail unter gruender@gaedke.co.at oder besuchen Sie unsere Website.