Wenige Tage vor der Abfahrt in den Urlaub nach Ischgl bekamen wir noch die Info, dass es noch keine Probleme mit dem Virus im Ort gäbe und wir den Urlaub ohne Bedenken antreten können. Lediglich die Lifte würden am Samstag schließen, was ohnehin unser Abreisetag  war, weshalb meine 3 Freunde und ich den Urlaub trotzdem angetreten sind.

Am Freitag, dem Tag vor der Abreise, sind wir zur Mittagspause in eine Hütte eingekehrt um uns zu stärken. Als unser Essen serviert wurde, lief zeitgleich eine Pressekonferenz der Regierung. Plötzlich hieß es, dass Ischgl ab sofort unter Quarantäne stünde. Sofort kontaktierten wir unser Hotel. Das Personal meinte, wir sollen schnellstmöglich ins Hotel kommen und abreisen, bis 18:00 Uhr sei dies noch möglich. Gesagt, getan. Um 16:30 Uhr waren wir bereits mit dem Auto Richtung Voitsberg unterwegs. Der Polizist am ersten der Checkpoints ließ uns noch passieren, doch am zweiten war Ende für uns und wir mussten umkehren. Der Polizist meinte, dass nur noch Ausländer ausreisen dürfen, Österreicher sollen zurück in die Hotels. 

Als wir wieder im Hotel ankamen, trafen wir dort niemanden an. Das Licht brannte noch, die Musik spielte und der Pizzateig lag in der Küche bereit um gebacken zu werden. Doch niemand war hier. Nach 3 Stunden kam der Barkeeper zu uns. Dieser musste so lange am zweiten Checkpoint warten, nur um dann wieder zurückgeschickt zu werden. Glücklicherweise hatten wir noch unsere Schlüssel und konnten unsere Zimmer wieder beziehen. 

Am nächsten Tag versuchten wir, von der Bezirkshauptmannschaft und der Gemeinde, Infos zur Lage zu bekommen und herauszufinden, wann wir endlich abreisen können. Nach mehreren Telefonaten und E-Mails, sagte man uns, dass wir zumindest 2 Wochen in Ischgl bleiben müssen und unser Hotel, außer zum Einkaufen gehen, nicht verlassen dürfen. Damit mussten wir uns abfinden und alle Verwandten, Freunde und Mitarbeiter informieren.

Der Hotelbesitzer verlegte uns freundlicherweise in Appartements, damit wir uns selbst bekochen konnten und informierte uns auch immer, wenn es Neuigkeiten zur aktuellen Lage gab. Mich irritierte anfangs, dass nur 5 Personen im gesamten Hotel waren, doch daran gewöhnten wir uns schnell. Nachdem wir uns aus der Schock-Starre befreien konnten, haben wir schnell eine Routine gefunden und das Beste daraus gemacht! 

Morgens erledigte ich nach dem Frühstück immer meine Arbeit für die Firma: viele Telefonate mit Mitarbeitern, Behörden, und und und. Mein Office schickte mir dankenswerterweise immer die Post eingescannt zu, damit ich den Überblick behalten konnte. Auch einige Skype-Konferenzen standen täglich am Programm, denn der soziale Kontakt war sehr begrenzt. Auch mit meinem Team von der Jungen Wirtschaft gab es mehrere Video Calls, manchmal sogar täglich. Das schöne daran, wir konnten uns gegenseitig weiterhelfen. Sei es mit Förderungen oder Hilfsmaßnahmen für Unternehmen oder auch mit der neuen Geschäftsidee, die aus der Krise heraus entstanden ist. 

Nun, nach mehr als 2 Wochen Quarantäne bin ich endlich wieder zu Hause. In Zeiten wie diesen hilft nur Optimismus und nach vorne schauen. Gemeinsam schaffen wir das!