Die KI-Roadshow der jungen Wirtschaft im Plenarsaal der WKS gab einen Überblick über den aktuellen Entwicklungsstand von künstlicher Intelligenz (KI). Experten rieten zu unverkrampfterem Umgang mit dem Thema.
Künstliche Intelligenz werde gleichzeitig unter- und überschätzt, ließ KI-Experte Clemens Wasner von AI Austria gleich zu Beginn seiner Keynote aufhorchen: „In den Medien sind in den vergangenen Jahren immer wieder allumfassende künstliche Intelligenzen vorgestellt worden, die uns alle Arbeiten abnehmen. Das führt zu extrem überhöhten Erwartungshaltungen bei den Unternehmen und in der Gesellschaft. Auf der anderen Seite ist es so, dass sich viele Firmen aufgrund dieser überzogenen Erwartungen gar nicht zutrauen, etwas mit künstlicher Intelligenz zu tun. Deshalb gehört dieses Bild gerade gerückt.“

Dem stimmten auch die Vertreter von Salzburger Unternehmen zu, die sich mit künstlicher Intelligenz beschäftigen. Etwa Thomas Soboll von Porsche Informatik, wo KI bereits in unterschiedlichsten Bereichen zum Einsatz kommt. „KI ist keine Hexerei, sondern eine neue Technologie, die man einfach umsetzen muss“. Soboll empfahl, sich im eigenen Unternehmen Prozesse zu suchen, die oft wiederholt werden sind und für die man ein bis zwei Sekunden zum Nachdenken braucht. Derartige Prozesse würden sich hervorragend eigenen, um sie von einer KI ausführen zu lassen. 

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Wichtig sei es für jeden Unternehmer, zu verstehen, in welchen seiner Bereiche KI eine disruptive Wirkung erzeugen könnte. Um das herauszufinden, müsse man kein KI-Experte sein, ist Christian Weiler von Blumatix Consulting überzeugt. Das Unternehmen hat eine KI-Software entwickelt, die eigenständig Rechnungen erkennen und verarbeiten kann. Außerdem beraten die Experten von Blumatix Unternehmen, wie KI in Betrieben eingesetzt werden kann. „Man sollte als Unternehmer eigentlich nur die Grundprinzipien verstehen, wie künstliche Intelligenz funktioniert. Das heißt, dass ich Daten brauche und dass KI lernen kann. Es fällt dann leichter zu verstehen, welche Probleme im eigenen Betrieb mit KI gelöst werden können. Laut Weiler würde es schon reichen, sich ein bis zwei Stunden mit einem Experten zusammenzusetzen, um Anwendungsgebiete im eigenen Unternehmen zu identifizieren. 

Zu mehr Gelassenheit mit dem Thema rät auch Emanuel Schattauer vom Salzburger Start-up Fact AI, das maßgeschneiderte KI-Lösungen für Unternehmen anbietet. „Die Erwartungshaltung ist nach wie vor sehr groß, aber es gibt es noch so viel, was einfach nicht geht. Man muss sich nur vorstellen, ein Supercomputer hat gerade einmal die Rechenleistung einer Biene. Das dauert noch, bis auch komplexe Aufgaben möglich sind. Aber die Entwicklung geht schnell. Vor einem Jahr sind manche Dinge nicht möglich gewesen, die jetzt aber schon möglich sind.“ Deshalb müsse man auch als Unternehmer an dem Thema unbedingt „d‘ranbleiben“.

Österreich ist beim Thema künstliche Intelligenz übrigens weltweit im Spitzenfeld dabei. „Zwar nicht unbedingt, wenn es um KI im Internet geht. Da dominieren Riesen wie Microsoft, Google und andere. Aber wenn es um Anwendungen etwa für produzierende Unternehmen geht, da können wir uns durchaus blicken lassen“, erklärte KI-Experte Wasner.


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