Der Sozialpartner (in diesem Fall der ÖGB) hat in der Diskussion rund um das Thema Arbeitszeitflexibilisierung auch den Aspekt der flexiblen Arbeitszeit für Lehrlinge aufs Tapet gebracht.

 

Jochen, wie siehst du das Thema Arbeitszeitflexibilisierung?

Ich finde, dass es höchste Zeit ist, dass dieses Thema endlich gut und nachhaltig für uns Unternehmer gelöst wird. Ich hoffe, dass es zu einem baldigen Beschluss im Nationalrat kommt. Wir Wirtschaftstreibende brauchen hier Rechtssicherheit, um in Zukunft gemeinsam mit unseren Mitarbeitern gut arbeiten zu können. Ich vertrete hier durchwegs den Großteil der österreichischen Betriebe, so genannte KMUs, mit max. 50 Mitarbeitern. Hier können wir nur im Team (Arbeitgeber und Arbeitnehmer) gemeinsam gut wirtschaften.

 

Der ÖBG hat den Aspekt der Lehrlinge nun in die Diskussion miteingebracht. Was sagst du dazu?

Seit Beginn meines JW Landesvorsitzes propagiere ich dieses Thema. Der ÖBG macht zum Thema, dass dann diese Flexibilisierung der Arbeitszeit die Lehrlinge über 18 treffen kann. Diese Gruppe ist 18, volljährig, darf wählen, Autofahren, Alkohol trinken u. Rauchen und werden in der Regel zum Präsenzdienst eingezogen. Warum sollten diese zumindest nicht über die Einteilung der Arbeitszeit entscheiden können. Vielmehr geht es mir aber auch speziell um die Gruppe der unter 18jährigen Lehrlinge. Diese fallen derzeit unter das KJBG aus dem Jahre 1987 (letzte Novellierung 2017) (Kinder- und Jugendbeschäftigungsgesetz) und haben strengere Regeln hinsichtlich der Arbeitszeit. Mir ist es hier wichtig, dass auch hier Bewegung in die Sache kommt, denn wir wollen die Lehrlinge im Team mit den erfahrenen Mitarbeitern einsetzen, aber was nützt es mir, wenn das Team auswärts bis zu 12 Stunden tätig sein kann, der Lehrling aber dann nach der kollektivvertraglichen Zeit – derzeit 9 Stunden – seine Arbeit niederlegen muss, und dann evtl. auf der Baustelle warten muss, bis der Rest seines Teams mit der Arbeit fertig ist.

 

Was wünschst du dir also?

Ich wünsche und erwarte mir von der Politik, dass das Thema Arbeitszeitflexibilisierung auch um den Aspekt der Lehrlinge erweitert wird. Ich weiß, dass dies wahrscheinlich jetzt nicht möglich ist, aber es sollte gleich als nächstes angegriffen werden, denn die Lehrbetriebe brauchen hier auch praktikable Lösungen, damit auch KMUs in flexiblen Zeiten Lehrlinge gut ausbilden können und vor allem wollen und die Lehrlinge auch wirklich ein wertgeschätztes Teammitglied sein können und auch mit den Kollegen Feierabend u. vor allem freie Tage genießen können.