Junge Wirtschaft fordert Unterstützungspaket für Neugründer

Roth für 10.000 Euro GmbH, Kapitalfreibetrag, Arbeitslosenversicherung für akademische Gründer

Im Rahmen der heutigen Pressekonferenz zur Vorstellung der aktuellen Gründerzahlen forderte der neue Bundesvorsitzende der Jungen Wirtschaft (JW), Markus Roth, ein umfassendes Unterstützungspaket für Neugründer. Dass gerade die Gründer und Jungunternehmer besonders optimistisch sind, zeigt das aktuelle Jungunternehmer-Konjunkturbarometer der JW. Jetzt sei es wichtig den Optimismus der Jungen zu stärken und junges Wachstum zu fördern. Denn: Junge Unternehmen fördern bringt Tempo in die Wirtschaft, ganz nach dem Motto „Wir warten nicht, wir starten“.

Seit der Trendumkehr im Sommer hält der Optimismus der Jungunternehmer auf konstant hohem Niveau. Im aktuellen Jungunternehmer-Konjunkturbarometer der Jungen Wirtschaft (n=566) glauben mehr als 40% der Befragten (36.000 JW-Mitglieder in ganz Österreich) an eine Verbesserung der wirtschaftlichen Entwicklung. „Das ist ein starkes positives Signal“, so Roth, „diese Stimmungslage muss genutzt und gestärkt werden. Die Jungen haben sich durch die Krise nicht einschüchtern lassen.“ In einem wirtschaftlich so schwierigen Jahr, ein so gutes Gründerergebnis zu schaffen, sollte Beweis genug sein. Jede Gründung sei ein Sprung ins kalte Wasser, das durch die aktuellen wirtschaftlichen Bedingungen eiskalt ist. „Die Umsetzung des Pakets soll für Gründer und Jungunternehmer wie ein Schutzanzug für den entscheidenden Sprung wirken“ sagt Roth.
10.000 Euro GmbH umsetzen
Die aktuelle Gründer-Statistik zeigt einen weiteren Rückgang der GmbH-Gründungen. Die „alte“ GmbH hat wieder an Attraktivität verloren. Die Senkung der Stammkapitaleinlage zur Gründung einer GmbH auf 10.000 Euro ist deshalb ein zentrales Anliegen der JW – kommt die Gmbh light, wirkt das schwer auf die Gründungsdynamik. Die einstweilen nur angekündigte Reform ist daher dringend notwendig und muss rasch umgesetzt werden. Die Junge Wirtschaft fordert im Zusammenhang mit einer Reform ebenfalls, die Veröffentlichungspflicht in der Wiener Zeitung und den Notariatsakt bei GmbH-Gründungen abzuschaffen.
Kapitalfreibetrag in Höhe von 50.000 Euro – in Österreichs junges Wachstum investieren
Besonders am Start brauchen junge Unternehmen frisches Kapital. Die Junge Wirtschaft fordert deshalb die Schaffung eines Kapitalfreibetrags in der Höhe von 50.000 Euro für Investitionen in junge Unternehmen, verteilt auf den Zeitraum von fünf Jahren. Damit kommen Gründer leichter an Kapital heran und Investitionen in Österreich werden belohnt. „Inland statt Offshore heißt die richtige Devise“, erklärt Roth, „Kematen statt Caymans, Berndorf statt Bermudas und lieber in Jenbach in ein Start up investieren, als mit dem Yen den Bach runter zu gehen.“
Sicherheit für Schnellstarter
Wer sich direkt nach der Ausbildung (Universität, Fachhochschule oder HTL) selbstständig macht, soll trotzdem Sicherheit haben. Auch wenn er vorher nicht 3 Jahre unselbstständig beschäftigt war und so gegen Arbeitslosigkeit versichert ist. Für die „akademischen“ Gründer fordert die Junge Wirtschaft daher eine Arbeitslosenversicherung zum halben Beitrag in den ersten beiden Jahren nach der Gründung.
Einsatz für alle Jungen: Generationenpartnerschaft muss kommen
In der Pensionsdebatte im Herbst wurde es einmal mehr deutlich: Die Jungen haben bei den Weichenstellungen für ihre eigene Zukunft wenig mitzureden. Die Junge Wirtschaft fordert daher eine Änderung des Kräfteverhältnisses. „Mehr Gewicht für die Jungen in einer echten Generationenpartnerschaft, anstatt einer Generationenpatenschaft, wie wir sie jetzt haben“, so Roth. Partnerschaft heißt gleiche Rechte und gleiche Augenhöhe für beide Seiten. Konkret: Bei den nächsten Pensionsverhandlungen müssen auch die Jungen mit am Verhandlungstisch sitzen. „Wer in Zukunft zahlen soll, muss bei der Entscheidung mitreden können“, fordert Roth.

 
Rückfragehinweis:
Junge Wirtschaft
Mag. Roman Riedl
Tel: +43/(0)5 90 900-3508
Mail: roman.riedl@wko.at