Jungunternehmer glauben nicht an eigene Pension
85 % haben Vertrauen verloren - Gwiggner will ein Pensionsrecht für alle
JW-Umfrage: Jungunternehmer glauben nicht an eigene Pension
85 % haben Vertrauen verloren – Gwiggner will ein Pensionsrecht für alle
„Es wird Politik für Pensionisten gemacht, die junge Generation bleibt über. Die Einigung über eine Pensionserhöhung, die zum ersten Mal über den Lohn- und Gehaltserhöhungen der Aktiven liegt, zeigt das nur zu deutlich. Kein Wunder, daß der Glaube an das bestehende System verloren geht“,“, stellt der Landesvorsitzende der Jungen Wirtschaft Tirol, Markus Gwiggner, fest und verweist auf eine aktuelle Umfrage, die zeigt, dass die überwiegende Mehrheit der österreichischen Jungunternehmer nicht daran glaubt, selbst eine den Lebensstandard sichernde staatliche Pension zu erhalten.
Die Umfrage wurde in der zweiten Novemberhälfte 2009 in einer Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut market durchgeführt. Das Sample ist mit rund 600 Befragten repräsentativ für rund 37.000 österreichische Jungunternehmer. An seiner Kritik an der jüngsten Pensionseinigung hält Gwiggner angesichts der Umfrageergebnisse fest. Auch die Beamten müssten bei den Gehaltsverhandlungen den Gürtel deutlich enger schnallen, der Abschluss der Pensionisten werde wohl der beste im Krisenjahr bleiben: „Die Pensionisten bestellen, und die Jungen zahlen die Rechnung. Das ist nicht fair“, so der JW-Tirol Landesvorsitzende.
Wenn die Balance zwischen Aktiven und Pensionisten immer weiter kippt, sei es nicht überraschend, dass das Vertrauen der Jungen in das staatliche Pensionssystem sinkt. Rund 85 Prozent der jungen Unternehmer, das geht aus der Umfrage hervor, glauben „sicher nicht“ oder „eher nicht“ daran, dass sie eine den Lebensstandard sichernde staatliche Pension bekommen. Die Folge: Fast 94% der jungen Unternehmen halten eine private Pensionsvorsorge für „in jedem Fall“ oder zumindest „eher schon“ wichtig. Rund drei Viertel der Befragten haben auch bereits aktiv privat vorgesorgt.
Lösungen: Später in Pension, weg mit Beamtenpension
Die Junge Wirtschaft wollte von ihren Mitgliedern auch wissen, welche Maßnahme sie für geeignet halten würden, eine langfristige Lösung für das Pensionssystem zu erreichen. Klarer Sieger ist die Annäherung des tatsächlichen Pensionsantrittsalters an das gesetzlich vorgesehene – 91% finden diese Maßnahme sehr geeignet oder eher geeignet. Auf Platz 2 folgt die Abschaffung der Beamtenpension – immerhin fast 85% sind davon überzeugt, dass dieser Weg sehr geeignet bzw. eher geeignet ist, um eine langfristige Lösung herbeizuführen.
„Für die kommenden Beamtenrunden ist das ein Punkt für die Zukunft, den die Regierungsverhandler einbringen müssen. Wir können uns verschiedene Pensionsrechte nicht mehr leisten, und außerdem geht es um Gerechtigkeit in der Gesellschaft. Ein Pensionsrecht für alle – das wäre ein mutiger Schritt, der das Vertrauen der Jungen in das System wieder stärkt“, ist Gwiggner überzeugt. Den dritten Platz belegt die Maßnahme „ein einheitliches Pensionsrecht für alle“, mit 83,6%. Dahinter kommt die Frühpension erst mit 60 Jahren (75,2%), die Abschaffung der Hacklerregelung (59,3%) und arbeiten bis 67 Jahre (45,8%).
Forderung: 90 % für Junge an den Verhandlungstisch
Eines ist auch klar – wer in Zukunft zahlen soll, will heute mitreden können: mehr als 90% der jungen Unternehmer in Österreich sind der Ansicht, dass die junge Generation auf jeden Fall mit an den Verhandlungstisch gehört. Im Sinn der Gerechtigkeit zwischen den Generationen soll die Regierung die nächsten Pensionserhöhungen nicht mehr nur mit den Pensionisten, sondern auch mit gleichberechtigten Vertretern der jungen Generation führen. Gwiggner: „Wenn man sich die Vorgangsweise der Politik anschaut – wie bei der aktuellen Pensionserhöhung – dann ist diese Forderung dringender denn je. Denn wenn die Jungen ihre Interessen nicht selbst am Verhandlungstisch durchsetzen, dann fallen diese unter den Verhandlungstisch“.
Rückfragehinweis:
Junge Wirtschaft
Mag. Sabine Wiesflecker
Tel: 05 90 90 5-1459
Mail: sabine.wiesflecker@wktirol.at










